17.01.13

Kulturhaus III & 70

Beim "Real Stand Up Club" herrscht Komik ohne Pause

Der Hamburger Stand-up-Komiker Heino Trusheim präsentierte in der Schanze sein neues Format. Drei Gäste sorgten für 70 Minuten Kurzweil.

Von Stefan Reckziegel
Foto: Jörg Fokuhl/Fokuhl
Heino Trusheim
Der Hamburger Heino Trusheim, 42, hat das neue Show-Format initiiert

Hamburg. Wenn sich mitten in der Woche vier Männer auf einer kleinen Bühne ein Mikrofon in die Hand geben, um in Alltagskluft vors Publikum zu treten, muss es sich keineswegs um einen weiteren Karaoke-Contest handeln. Vielmehr sieht so das Szenario des "Real Stand Up Club" aus, den Initiator Heino Trusheim im vollbesetzten oberen Saal des Kulturhauses III & 70 im Schanzenviertel präsentierte.

Und die neue, gut 70-minütige Show zeigte, dass auch das Format der Stegreif-Komik mehr Facetten bieten kann, als hierzulande angenommen. Die Regeln: keine Figuren, keine Requisiten, keine Dialekte und keine Pause. So übertrug der Hamburger Stand-up-Komiker und zweifache Vater Trusheim seine langjährigen Beziehungserfahrungen mit seiner Partnerin auf die handfesten aktuellen Auseinandersetzungen des Promi-Paares van der Vaart: "Früher wäre ich geschockt gewesen, jetzt aber frage ich mich: Was hat sie gesagt?"

Hauke Schmidt, schon im großen Rahmen beim Jubiläum des "Quatsch Comedy Clubs" in Berlin erprobt, trieb die humoreske Kunst des Oneliners auf die Spitze, indem er den einzeiligen Witz treffend auf sein Geschlecht reduzierte: "Haare fallen aus, Penis zu kurz - Porsche."

Der Anglo-Hamburger Don Clarke hingegen erwies sich mit Geschichten aus seinem Leben wieder mal als Storyteller für alle Gelegenheiten: Der in diversen "Schmidt Mitternachtsshows" und auf Kreuzfahrtschiffen abgehärtete Mittfünfziger klärte über seine Gewichtszunahme ("Ich mache seit zehn Jahren keinen Sport mehr, weil ich festgestellt habe, dass man Pokale auch kaufen kann"), aber auch über den Verbleib seiner Kinder nach einer Begegnung mit karitativen Helfern beim Bummeln über die Mönckebergstraße auf: "Sie sammeln für SOS-Kinderdörfer? Zwei Kinder können sie mitnehmen..."

Autor Nils Heinrich schließlich, einst in der Poetry-Slam-Szene großgeworden und jetzt auch solo auf Kabarettbühnen unterwegs, zeigte als Satiriker aus Berlin ("Die Stadt ohne Flughafen"), dass Stand-up-Comedy durchaus politisch ätzend sein kann. "Christian Wulff?, fragte er. "Sitzt jetzt allein in Hannover und ruft den Pizzadienst an." Antwort: "Rabatte? Gibt's hier nicht..."

Ob die Zuschauer im Kulturhaus III & 70 nun an der Kasse zwei Euro Ermäßigung erhielten oder zwölf Euro Eintritt zahlten, fast alle kamen bei Trusheims kurzweiligem neuen Format auf ihre Kosten. Fortsetzung folgt am 17. April an gleicher Stätte.

Infos unter: www.realstandupclub.de

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos

mehr »

Top Bildergalerien mehr
Bundesliga

HSV gegen Bremen

Formel 1

Hamilton vor Rosberg im Saisonfinale

Hamburg

Schießerei bei Party in Billbrook

Theater

Weihnachtsmärchen für kleine Hamburger

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr