11.01.13

Kika-Skandal

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen NDR-TV-Direktor

Gegen Frank Beckmann wird wegen seiner Tätigkeit als Kika- Programmgeschäftsführer wegen des Verdachts auf Untreue ermittelt.

Foto: Bertold Fabricius/Pressebild.de
Gegen Frank Beckmann, den Fernsehprogrammdirektor des NDR, wird ermittelt
Gegen Frank Beckmann, den Fernsehprogrammdirektor des NDR, wird ermittelt

Hamburg. Die Affäre um Unterschlagungen beim öffentlich-rechtlichen Kinderkanal KiKA hat endgültig den NDR erreicht. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt nun auch gegen den NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann. Er war von 2000 bis 2008 Programmgeschäftsführer des KiKA. Als solcher war er direkter Vorgesetzter des damaligen Herstellungsleiters Marco Kirchhof, der mithilfe von Scheinrechnungen zwischen 2000 und 2010 8,2 Millionen Euro veruntreute und deshalb 2011 zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt wurde.

Am 15. Dezember 2012 eröffnete die Staatsanwaltschaft Erfurt in diesem Zusammenhang ein weiteres Ermittlungsverfahren, das sich gegen vier Personen richtet. Es geht um den Vorwurf der Untreue und der Beihilfe zur Untreue. Konkret sollen Feiern und Personalausgaben via Scheinrechnungen als Produktionskosten abgerechnet worden sein. Einer der Beschuldigten dieses Verfahrens ist Beckmann.

Bereits am 20. Dezember 2012 war bekannt geworden, dass ein weiterer Beschuldigter Beckmanns Nachfolger beim KiKA Steffen Kottkamp ist. Kottkamp wurde daraufhin vom MDR beurlaubt, der federführend beim KiKA ist. Beckmann ist beim NDR nach wie vor im Amt. Er sagt, er sei von der Staatsanwaltschaft bisher nicht über die Ermittlungen gegen ihn informiert worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagt, dies könne tatsächlich der Fall sein. Ein Kollege, der mehr wisse, sei derzeit nicht erreichbar.

Laut einer Pressemeldung des NDR fand das hauseigne Medienmagazin "Zapp" heraus, dass gegen Beckmann ermittelt wird. Allerdings wurde der Fernsehdirektor in der aktuellen "Zapp"-Ausgabe, die nicht mal 16 Stunden vor Veröffentlichung der Pressemitteilung lief, mit keinem Wort erwähnt. Nach Angaben eines NDR-Sprechers lag das daran, dass die Story zu dem Zeitpunkt noch nicht wasserdicht gewesen sei. Das wurde sie offenbar erst nach einem Anruf des NDR-Justiziars Werner Hahn bei der Erfurter Staatsanwaltschaft, die ihm bestätigte, dass gegen Beckmann ermittelt wird. Auf der Website von "Zapp" fand sich am Donnerstag zu dem Fall nur die NDR-Meldung, in der auf die Pressestelle des Senders verwiesen wird.

(khr)
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