21.12.12

Medien Beim KiKa lief das Feiern unter Produktionskosten

MDR-Landesfunkhaus erhaelt neues KiKa-Logo

Foto: dapd

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Der Kinderkanal macht weiter von sich reden: Nach dem Unterschlagungsskandal um Markus Kirchhof scheint sich nun der nächste anzubahnen.

Hamburg. Die Praxis, Scheinrechnungen an externe Dienstleister auszustellen, war beim Kinderkanal KiKa womöglich verbreiteter als bisher vermutet. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt in diesem Zusammenhang gegen einen Dienstleister und drei KiKa-Mitarbeiter, unter ihnen Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp. Er wurde, wie berichtet, vom beim KiKa federführenden MDR beurlaubt.

Konkret geht es darum, dass über solche Scheinrechnungen Aufwendungen für Feiern und Personal als Produktionskosten verbucht worden sein sollen. Konkret untersucht die Staatsanwaltschaft Vorgänge zwischen Mitte 2008 und 2010. Nicht ermittelt wird gegen Kottkamps Vorgänger Frank Beckmann, der bis Ende Oktober 2008 KiKa-Chef war und seither NDR-Fernsehdirektor ist. Bisher gehen die Ermittler von einem Schaden von 100.000 Euro aus. Zwischen 2000 und 2010 hatte bereits der damalige KiKa-Herstellungsleiter Markus Kirchhof mithilfe von Scheinrechnungen 8,2 Millionen Euro unterschlagen. Er wurde 2011 zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Auf die nun entdeckten Unregelmäßigkeiten wurde die Staatsanwaltschaft offenbar im Zusammenhang mit Ermittlungen im Nachgang zum Fall Kirchhof aufmerksam.

Neben Kottkamp hat der MDR auch den Leiter seiner Revisionsabteilung Daniel-Alexander Gehler beurlaubt. Nach Angaben eines Sendersprechers steht die Beurlaubung Gehlers aber nicht im Zusammenhang mit dem Fall des KiKa-Chefs. Es ist aber wahrscheinlich, dass sie mit den MDR-Skandalen der letzten Zeit wie der Kirchhof-Affäre und den Geldschiebereien des ehemaligen Unterhaltungschefs Udo Foht zu tun hat. In diesem Zusammenhang war die Aufklärungsarbeit der Revision kritisiert worden.