06.12.12

Kreml-Kritik Pussy-Riot-Mitglied in der ARD: "Aktion war richtig"

Maskierte Anhänger der Punkband "Pussy Riot" demonstrieren für ein freies Russland

Foto: dpa

Maskierte Anhänger der Punkband "Pussy Riot" demonstrieren für ein freies Russland Foto: dpa

Bei ihrem ersten Interview im deutschen TV verteidigte eine Aktivistin das Punkgebet der Gruppe. Zu ihrer Sicherheit trug sie eine Wollmütze.

Ein Mitglied der Kreml-kritischen russischen Band Pussy Riot hat das sogenannte Punk-Gebet in einer Moskauer Kirche verteidigt. Sie denke, dass diese Aktion im August "zu Irritationen führte, aber sie glaube nicht, "dass wir falsch gehandelt haben", sagte die junge Frau, die an der Aktion teilnahm, am Donnerstag im "ARD"-Morgenmagazin.

Zum ersten Mal gab mit ihr ein Mitglied der 15 Mitglieder umfassenden Band ein Interview im deutschen Fernsehen. Aus Sicherheitsgründen war die sich nur "Kater" nennende Frau mit einer Wollmütze – dem Markenzeichen der Band – maskiert.

Sie sorge sich natürlich um die beiden inhaftierten Kolleginnen, sagte die Aktivistin. Ihre Anwesenheit solle die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit darauf lenken, dass die anderen Mädchen im Straflager sind. Die Frau ist in Deutschland, weil der WDR-Jugendsender 1Live am Donnerstagabend das Engagement der Band mit einem Sonderpreis der 1Live-Krone auszeichnet.

Drei Bandmitglieder waren im August wegen einer Performance gegen Präsident Wladimir Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Eine Angeklagte wurde die Gefängnisstrafe erlassen, die beiden anderen Musikerinnen kamen in Straflager.

Der Beitrag ist in der Mediathek der ARD zu sehen.