05.12.12

Leistungsschutz Döpfner: "Nette Jungs" von Google sind erzkapitalistisch

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Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG pocht auf Leistungsschutz für Verlage und erläutert Strategie für neue Bezahlmodelle im Internet.

Hamburg. Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, in dem auch das Hamburger Abendblatt und dieses Online-Portal erscheinen, hat in der Auseinandersetzung um ein Gesetz zum Leistungsschutz für Presseverlage den Ton gegenüber der Internetsuchmaschine Google verschärft. "Wir glauben dem Google-Slogan "Don't be evil" (Sei nicht böse) und denken, die netten Jungs mit dem bunten Logo meinen es doch nur gut", sagte Döpfner der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). "In Wirklichkeit will Google nur erzkapitalistische Interessen durchsetzen und sein Geschäftsmodell optimieren. Das ist so, als würde eine Hehlerbande bei Amnesty International eine Menschenrechtspetition zur Verteidigung der freien Bürgerrechte beim Ladendiebstahl einreichen."

Der Vorstandschef äußerte sich auch zu der neuen Bezahl-Strategie, mit der er dem kostenlosen Medienkonsum im Internet begegnen will. Demnach will Springer bei "Welt" und "Bild" verschiedene Wege der Bezahlung beschreiten: Bei der "Welt" setzt Döpfner auf "eine Art kostenloses Probelesen, bei dem man sich nach einer bestimmten Anzahl von Klicks entscheiden muss, ob man das Produkt abonnieren möchte". Bei der "Bild" will er "ein Modell finden, das der Tatsache gerecht wird, dass sie keine Abonnement-, sondern eine Einzelverkaufszeitung ist". Beim Bezahlen solle ein Klick reichen.

Döpfner geht davon aus, dass mit der Einführung der Bezahlschranke auch die Anzeigenpreise steigen werden, weil im Werbemarkt erfahrungsgemäß ein zahlender Leser mehr wert sei als ein nicht zahlender. "Perspektivisch ist die Preiserhöhung die logische Konsequenz", sagte der Verlagschef.

((dpa/HA))