Rahlstedt Nach Zugunglück mit Ponys: Polizei sucht Verantwortliche

Nach der Kollision eines Regionalexpresses mit Pferden sucht die Polizei nach Verdächtigen. Sie sollen ein Tor geöffnet haben.

Hamburg. Nach dem Zusammenstoß einer Regionalbahn mit einer Pferdeherde in Hamburg sucht die Polizei nach mehreren Verdächtigen. Bislang unbekannte Täter haben offenbar das Tor der umzäunten Weide gewaltsam geöffnet, sodass die Tiere auf die Gleise laufen konnten, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Donnerstag mitteilte. Die Beamten nahmen Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr auf.

Bei dem Unfall waren am Mittwoch drei Ponys getötet worden. Zwei Ponys verendeten sofort an der Unglücksstelle, das dritte Tier musste von Polizisten erschossen werden. Von den 44 Fahrgästen im Zug wurde keiner verletzt.

Der SPD-Fraktionschef im Regionalausschuss Rahlstedt, Lars Kocherscheid-Dahm, forderte die Bahn auf, die Gleise, die durch den Höltigbaum verlaufen, einzuzäunen. Es könnten nicht nur Ponys auf die Gleise geraten und von Zügen getötet werden, sondern auch Kinder aus den angrenzenden Häusern, ergänzte CDU-Fraktionschef Eckard Graage.

Seit 2009 bemühen sich die Kommunalpolitiker aus Rahlstedt um eine Gleissicherung zwischen Rahlstedter Bahnhof und Altrahlstedter Redder, in diesem Jahr auch um den Höltigbaum. "Es gab immer wieder Zwischenfälle mit Tieren, aber auch mit Personen im Gleisbett", sagte Kocherscheid-Dahm.

Die Bahn wies jetzt wieder darauf hin, dass das Betreten von Bahnanlagen grundsätzlich untersagt sei und es keinerlei Verpflichtung zur Einzäunung von Gleisen gebe. Es obliege den Erziehungsberechtigten, ihren Kindern die Gefährlichkeit von Schienenfahrzeugen zu verdeutlichen. "Außerdem arbeiten wir eng mit der Polizei zusammen und bringen Kindern und Jugendlichen präventiv das richtige Verhalten nahe", sagte Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst. Im Übrigen seien auch Zäune keine unüberwindlichen Hindernisse.