Internetkriminalität Bande verkaufte gefälschte Bahntickets im Internet

Foto: pa/Arco Images G/Arco Images GmbH

Bundespolizei durchsuchte Objekte in Harburg, Heimfeld, Horn und Rothenburgsort. Zwei Männer wurden festgenommen.

Hamburger. Spezialkräften der Bundespolizei ist am Montag ein Schlag gegen organisierte Internetkriminalität gelungen. Die Bundespolizeiinspektion "Kriminalitätsbekämpfung Hamburg" durchsuchte in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zeitgleich neun Objekte in den Hamburger Stadtteilen Harburg, Heimfeld, Horn und Rothenburgsort. Dabei handelte es sich um Wohn- und Geschäftsräume sowie Internetcafes, in denen eine Bande bundesweit agiert haben soll. Wie die Polizei mitteilte, wurden USB-Sticks, Laptops und Mobiltelefone sowie ein Teleskop-Schlagstock und Anabolika als Beweismaterial sichergestellt. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen.

Die zwei Männer im Alter von 24 und 30 Jahren werden beschuldigt, im Internet Fahrscheine der Deutschen Bahn verbilligt angeboten und verkauft zu haben. Die eigentlichen Fahrscheine wurden mit gefälschten Kreditkartendaten gebucht und den Käufern per E-Mail übersandt. Drei Mittäterinnen stellten für die Zahlungstransaktionen ihre Bankkonten zur Verfügung.

Den Beschuldigten ordnet die Bundespolizei mehr als 1700 Fahrkartenbuchungen mit 371 missbräuchlich erlangten Kreditkartendaten im Wert von über 290.000 Euro zu.

"Der Fall zeigt in besonderer Weise auf, dass bei vermeintlichen Sonderangeboten im Internet äußerste Vorsicht geboten ist", sagte Einsatzleiter Helgo Martens. Die Bundespolizei warnte vor dem Kauf von verbilligten Fahrkarten im Internet und wies auf mögliche strafrechtliche Relevanz hin. Käufer könnten selbst in den Verdacht des Betruges geraten. Bahntickets sollten daher unbedingt nur an offiziellen Verkaufsstellen erworben werden.

An dem Einsatz waren 118 Polizeibeamte der Bundespolizeiinspektion "Kriminalitätsbekämpfung Hamburg" und der Bundespolizeiabteilung Uelzen beteiligt. Die Bundespolizeiinspektion "Kriminalitätsbekämpfung Hamburg" führt seit März 2012 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg ein Ermittlungsverfahren gegen fünf Beschuldigte wegen des Tatverdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges durch.

Erst im September war in Hamburg-Billstedt eine Bande aufgeflogen, die im großen Stil Tickets des HVV gefälscht hatte.