16.01.13

Uni Hamburg

Junge Wissenschaftler leiden unter kurzen Zeitverträgen

85 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter an Uni Hamburg befristet beschäftigt. Grüne fordern "Bündnis für gute Arbeit".

Foto: pa/dpa/ZB
Der Eingang zum Hauptgebäude der Uni Hamburg
Der Eingang zum Hauptgebäude der Uni Hamburg

Hamburg. Befristete Verträge mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten, eine Teilzeitstelle bei voller Arbeitsbelastung und Forschen nach Feierabend - so sieht die Situation für viele junge Wissenschaftler an den Hochschulen aus. "Hier besteht dringender Handlungsbedarf", sagt die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Eva Gümbel. Deshalb bringt ihre Fraktion einen Antrag in die kommende Bürgerschaftssitzung ein, der den Senat auffordert, die Situation für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu verbessern. Der Senat soll unter anderem ein "Bündnis für gute Arbeit" mit den Universitäten abschließen. Darin sollte nach Ansicht der Grünen neben der Tariftreue verankert werden, dass mehr Nachwuchswissenschaftler unbefristete Stellen bekommen können.

Aktuell sind rund 85 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Uni Hamburg einer Anfrage der Grünen zufolge befristet beschäftigt. Beinahe 70 Prozent der Beschäftigten haben zudem nur Teilzeitverträge. "Die Zahlen sind alarmierend", findet Gümbel. "Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hangeln sich von einem prekären Zeitvertrag zum nächsten." So könne Hamburg Akademikerinnen und Akademikern keine Zukunftsperspektiven bieten.

Viele der Vorgaben, die die Situation für den wissenschaftlichen Nachwuchs schwierig machen, liegen nicht in der Zuständigkeit Hamburgs. Über das Wissenschaftszeitvertragsgesetz beispielsweise wird aktuell bundesweit verhandelt. Hier sieht der Antrag der Grünen vor, dass die SPD mit einer Bundesratsinitiative Einfluss auf die Inhalte des Gesetzes nimmt. Doch auch in Hamburg könnte mehr getan werden, werfen die Grünen dem Senat vor. Die SPD nutze ihre Handlungsmöglichkeiten bei Weitem nicht aus.

"Das stimmt nicht", entgegnet Sven Tode, Mitglied der SPD im Wissenschaftsausschuss. Über die Zielvereinbarungen mit den Universitäten sowie über das Hochschulrahmengesetz nehme die Regierung Einfluss und bemühe sich - wie das im Arbeitsprogramm des Senates steht - prekäre Beschäftigungsverhältnisse einzuschränken. Dazu habe die Wissenschaftsbehörde gerade ein Gutachten in Auftrag gegeben. Mitte des Jahres sollen die Ergebnisse vorliegen. Daraus will der Senat weitere Schlüsse ziehen. Die Ansätze des Grünen-Antrags seien zum großen Teil gut und deckten sich mit den Forderungen der SPD, erklärt Tode. Mit Blick auf die noch ausstehenden Ergebnisse des Gutachtens käme er aber zum falschen Zeitpunkt.

(juve)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Dresden
Tausende Menschen auf zehnter Pegida-Kundgebung

Unter dem Motto "Weihnachten mit Pegida" kamen in Dresden mehr als 15.000 Menschen zur zehnten Kundgebung zusammen. Rund 4000 Gegendemonstra…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Boxen

Trainerlegende Fritz Sdunek gestorben

Bilder des Jahres

Hamburger Jahresrückblick 2014

Brandstiftung

Millionenschaden nach Großbrand

Sänger ist tot

Udo Jürgens – ein Leben auf der Bühne

Hamburg Guide mehr
Weitere Dienste alle Dienste
tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr