Neujahrsempfang im Rathaus Eine "Bombe" für Hamburgs Bürgermeister

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Auch das Schietwetter konnte sie nicht abhalten: Beim Neujahrsempfang im Rathaus begrüßte Olaf Scholz mehr als 500 Hamburger.

Hamburg . Auch eine kurze Nacht und ein trüber Morgen, an dem das Schietwetter energisch jeden Sonnenstrahl abwehrte, konnte die Hamburger am Vormittag des 1. Januar nicht davon abhalten, sich auf den Weg ins Rathaus zu machen. Mehr als 500 Bürger schlenderten durch die prächtigen Säle bis ins runde Turmzimmer, um Bürgermeister Olaf Scholz und der Zweiten Bürgermeisterin Dorothee Stapelfeldt (beide SPD) beim traditionellen Neujahrsempfang die Hand zu schütteln.

Unter ihnen war Willibald Piesch, der eine Abordnung der Landsmannschaft der Oberschlesier anführte. "Wir machen das seit 1974, egal, welche Partei regiert", sagte der 77-Jährige. "Uns macht das Spaß." Wie viele andere Verbandsvertreter hatte Piesch Geschenke mitgebracht: "Die Festschrift zu unserem 60-jährigen Bestehen der Landsmannschaft und eine Liegnitzer Bombe, das ist ein süßes Gebäck nach oberschlesischer Tradition." Ob er damit beim eher asketischen Bürgermeister landen kann? Scholz verriet jedenfalls, dass sein Vorsatz fürs neue Jahr der gleiche sei wie Anfang 2012: "Ich will nicht aufhören, Sport zu machen", sagte der leidenschaftliche Jogger. "Das ist bei all dem Stress eines Bürgermeisters eine wichtige Sache."

Am Silvesterabend habe er mit Ehefrau Britta Ernst in der Staatsoper das Ballett "Liliom" gesehen und dann daheim in Altona auf dem Balkon das Feuerwerk über der Stadt betrachtet. "Das war ganz toll." Beteiligt habe er sich an dem Geböller aber nicht, so Scholz. "Wir haben uns darauf beschränkt, dem Geknalle anderer zuzuschauen. Das war so viel, da hätte niemand bemerkt, wenn wir auch noch geknallt hätten."

Auch überraschend viele jüngere Hamburger waren am Neujahrsmorgen ins Rathaus gekommen, etwa Kirsten Blasius (39) und Christian Wolff (41) mit den fünf Jahre alten Zwillingen Josephine und Charlotte. "Dieser Bürgermeister ist der erste, den wir auch gewählt haben", verrieten sie - da lag der Gedanke nah, ihm viel Glück für 2013 zu wünschen.