22.12.12

Billstedt

Der nächste Deckel - diesmal über die B 5

Der Billstedter Ralf Ziegenbalg will den Stadtteil näher an die Bille rücken. Seine Vision: Die Bürger sollen Zugang zum Wasser haben.

Von Friederike Ulrich
Foto: Friederike Ulrich
Ralf Ziegenbalg (l.) und Jens Maas am Stadtmodell. Sie hoffen auf Unterstützung
Ralf Ziegenbalg (l.) und Jens Maas am Stadtmodell. Sie hoffen auf Unterstützung

Hamburg. Ralf Ziegenbalg ist überzeugter Billstedter und möchte dazu beitragen, den Stadtteil attraktiver zu machen. Seine Vision: Billstedt soll wieder an die Bille rücken. Die Bürger sollen nicht nur Zugang zum Wasser haben, sondern da sogar wohnen können. Zunächst erscheint das abwegig, denn Bille und Stadtteil werden gleich durch zwei Verkehrsschneisen voneinander getrennt - die Billstedter Hauptstraße und die Bundesstraße 5. Ziegenbalg hat aber konkrete Vorstellungen, wie sich seine Idee realisieren lässt: Die Billstedter Hauptstraße soll dauerhaft auf zwei Spuren zurückgebaut werden (momentan läuft eine Testphase), die B 5 auf einer Länge von einem Kilometer überdeckelt werden.

Nun ist Ziegenbalg kein Stadtplaner, sondern arbeitet in der Informationstechnologie. Doch er hat Geschichte studiert und interessiert sich für die Historie seines Stadtteils. Deshalb hat der 44-Jährige vor fünf Jahren die Geschichtswerkstätten Billstedt gegründet und einen Geschichtspfad entwickelt, der im September eingeweiht wurde. Außerdem ist er der Gruppe "Wir sind Billstedt" beigetreten und redet bei der aktiven Stadtteilentwicklung mit. Seit 2005 werden dort Ideen entwickelt, um Billstedt attraktiver zu machen. Um das Projekt besser vermitteln zu können, ließ Ziegenbalg von Jens Maas, einem Diplomingenieur, ein Stadtmodell bauen - gezahlt wurde aus dem Verfügungsfond für die Stadtteilentwicklung. Das Modell steht in der Bücherhalle am Billstedter Markt. Detailgenau sind dort der Stadtkern von Billstedt, die Bille und das gegenüberliegende Billbrooker Ufer dargestellt. Zwischen Moorfleeter Straße und Spökelberg ist die B 5 von der Bildfläche verschwunden. Stattdessen stehen oben an der Geestkante, an der Bille und am anderen Ufer Häuserzeilen, die sich farblich von den Bestandsgebäuden absetzen. "Das sind alles Häuser, die gebaut werden könnten, wenn die B 5 überdeckelt würde", sagt Jens Maas. Rund 1200 Wohnungen könnten entstehen.

Momentan muss man mindestens zehn Höhenmeter überwinden, wenn man von der Billstedter Hauptstraße runter an die Bille will. "Mit dem Deckel könnten wir gegen die Geestkante angehen", sagt Ziegenbalg. Es würden sozusagen zwei Böschungen entstehen. Gebaut werden könne oben an der Geestkante, dann sei ja kein "Lärmabstand" von der B5 mehr notwendig, und unten an der Bille - sowohl am Billstedter als auch am Billbrooker Ufer. Dort befindet sich jetzt noch Gewerbe: Weniger schöne Gebäude, aber auch verlassene Fabrikhallen aus der Gründerzeit. "Stünden die in Ottensen, wären sie längst saniert und umgenutzt worden", sagt Jens Maas. Ralf Ziegenbalg könnte sich hier ein Mischgebiet aus Wohnen und Gewerbe vorstellen. Auf dem Deckel soll ein begrünter Boulevard entstehen - mit genügend Platz für Fußgänger, Radfahrer und Autostellplätze.

Die Kosten für den Deckel hat Ralf Ziegenbalg schon mal grob ausgerechnet - und sich dabei auf die Berechnungen für den A-7-Deckel bezogen. Der Gesamtbetrag für die Überdeckelung der Billstedter Schnellstraße würde weniger als 150 Millionen Euro betragen. Bei einer Beteiligung des Bundes von 60 Prozent bliebe ein Kostenanteil für Hamburg von höchstens 60 Millionen Euro, der durch den Verkauf von Flächen um etwa 14 Millionen Euro reduziert werden könnte. Bliebe eine Finanzierungslücke von weniger als 46 Millionen Euro, hat Ziegenbalg ausgerechnet. "Bei der A 7 müssen 41 Millionen Euro finanziert werden - und dieser Betrag ist akzeptiert", sagt Ziegenbalg.

Die Städtebauexperten des Bezirks sind bereits auf das Projekt aufmerksam geworden. "Unser Ziel ist es, Billstedt mittelfristig zu einem attraktiven Wohnstadtteil zu machen", sagt Michael Mathe vom Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung. Der Bau von Wohnungen ließe sich aber nicht ohne Weiteres umsetzen. Grund sei das ausgewiesene Industriegebiet auf der Billbrooker Seite. Noch gelte Bestandsschutz für das Gebiet. Um Ziegenbalgs Idee realisieren zu können, müsste der Bebauungsplan geändert werden.

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