26.11.12

Wissenschaftsstandort

SPD fordert für Hamburg zwei Fraunhofer-Institute

Neben Mecklenburg-Vorpommern ist die Hansestadt das einzige Bundesland, das noch kein eigenständiges Fraunhofer-Institut besitzt.

Von Laura Fölmer
Foto: SPD
Philipp-Sebastian Kühn (SPD)
Philipp-Sebastian Kühn (SPD)

Hamburg. Es könnte ein weiterer Schritt sein, der Hamburg zu einem weltweit bekannten Wissenschaftsstandort macht: Neben Mecklenburg-Vorpommern ist die Hansestadt das bisher einzige Bundesland, das noch kein eigenständiges Fraunhofer-Institut besitzt. Dies soll sich nun ändern: In einem Antrag der SPD-Fraktion, der in der kommenden Bürgerschaftssitzung eingebracht werden soll, fordern die Sozialdemokraten die Etablierung zweier Fraunhofer-Institute in Hamburg.

Dafür sollen knapp zwei Millionen Euro aus dem Etat der Wirtschaftsbehörde aus dem Titel "Innovations- und clusterorientierte Wirtschaftspolitik" bereitgestellt werden. Partner sollen dabei das Zentrum für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) und der European Screening Port (ESP) sein, wobei das CML eine Fraunhofer-Einrichtung ist, die jedoch dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund untergeordnet ist.

"Es ist wichtig, dass die Hansestadt stärker in dieses Forschungsnetzwerk eingebunden wird", sagt Philipp-Sebastian Kühn, wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. Aktuell gibt es deutschlandweit 80 Fraunhofer-Einrichtungen.

Die in Hamburg bereits ansässige Einrichtung CML entwickelt Innovationen für Seehäfen, Terminalbetriebe und Reederein - alles, was etwas mit dem Bereich maritime Wirtschaft zu tun hat. Das CML, das eng mit der Technischen Universität in Hamburg zusammenarbeitet, ist seit 2010 eine Fraunhofer-Einrichtung. Jetzt hat Carsten Claussen, Geschäftsführer des ESP, gemeinsam mit einem Kollegen aus Aachen ein Konzept für sein Institut ausgearbeitet, das nach Ansicht der Gesellschaft und der SPD-Fraktion Potenzial für die Etablierung einer Fraunhofer-Einrichtung besitzt. Das Unternehmen prüft die Wirksamkeit für die Inhaltsstoffe in Medikamenten, die später in der Pharmaindustrie verarbeitet werden.

Als große Bereicherung sieht auch Jan Balcke, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, die Pläne: "Wir setzen hiermit einen Schwerpunkt auf anwendungsorientierte Forschung - ein Gütesiegel für Hamburg als Innovationsstandort in Europa." Die Fraktion fordert den Senat dazu auf, möglichst bis 2013 die Mittel in Höhe von 1,95 Millionen Euro für die Etablierungsphase bereitzustellen und zu beantragen, dass von 2016 an jährlich 660.000 Euro für erforderliche Mitgliedsbeiträge zur Verfügung steht.

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