Harburg & Umland
01.12.12

Harburg

20-Cent-Fall: Täter wegen neuer Attacke vor Gericht

Onur K. hatte 2009 wegen 20 Cent einen Mann verprügelt, der später an den Folgen starb. Nun soll er wieder eine Gewalttat begangen haben.

Foto: Anima Berten
Am Tunneleingang zum S-Bahnhof Harburg war lange Zeit nichts mehr von dem tödlichen Angriff zu sehen, doch jetzt erinnern anonyme Plakate an Thomas M., der nach der Prügelattacke durch Onur K. und einen Mittäter 2009 an den Folgen starb
Am Tunneleingang zum S-Bahnhof Harburg war lange Zeit nichts mehr von dem tödlichen Angriff zu sehen, doch jetzt erinnern anonyme Plakate an Thomas M.

Harburg. In Handschellen wird der junge Mann in den Gerichtssaal geführt, das Gesicht versteckt er unter einer Kapuze. Etliche Kameras sind auf den 20-Jährigen gerichtet, der vor rund zwei Jahren im sogenannten 20-Cent-Fall mit einem Todesopfer zweifelhaften Ruhm erlangte. Damals erhielt er gerade eben noch eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Doch offenbar hat Onur K. nicht genug aus dem Verfahren gelernt, denn der Hamburger soll mittlerweile eine weitere Gewalttat begangen haben. Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung muss er sich jetzt zusammen mit zwei weiteren jungen Männern, 20 und 18 Jahre alt, vor dem Amtsgericht Harburg verantworten.

Im 20-Cent-Fall wurden dem damals 17-jährigen Onur K. und einem weiteren Jugendlichen vorgeworfen, im Juni 2009 einen 44-Jährigen um 20 Cent angebettelt zu haben. Als dieser sich weigerte, prügelten sie auf den alkoholisierten Mann ein, der ungebremst mit dem Hinterkopf auf den Asphalt stürzte. Das Opfer starb vier Wochen später im Krankenhaus. Nach Angaben der Gerichtsmedizin war die Todesursache der Aufprall mit dem Kopf. Die anderen Verletzungen hätten nicht zum Tod des Mannes beigetragen, hieß es. Wegen Körperverletzung mit Todesfolge verhängte deshalb das Landgericht für Onur K. zunächst drei Jahre und vier Monate Jugendstrafe. Der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung jedoch auf; in einem neuen Urteil vom 6. Dezember wurde die Strafe auf zwei Jahre mit Bewährung abgemildert. Als Bewährungsauflage sollte Onur K. an einem sozialen Training teilnehmen.

Und nun der neue Vorwurf: Am 23. Juni dieses Jahres griff der junge Mann laut Anklage mit zwei Mitangeklagten ohne erkennbaren Grund ein Pärchen an. Das Trio schlug die 23 und 33 Jahre alten Opfer nieder und trat auf die am Boden Liegenden ein. Wenig später sollen K. sowie der zweite 20-Jährige einen weiteren Mann attackiert haben. Während der Mitangeklagte Savas C. versucht habe, das Opfer mit einem Messer zu verletzen, habe Onur K. ihn angefeuert: "Mach ihn fertig", heißt es in der Anklage.

Weil der dritte Angeklagte zur Tatzeit erst 17 Jahre alt war, wird die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen. Keiner der Angeklagten will zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Jetzt werden Zeugen gehört.

Schwere Gewalttaten von Jugendlichen
Schwere Gewalttaten von Jugendlichen:
Oktober 2009: Drei Frauen im Alter von 17 bis 19 Jahren stoßen einen 51-jährigen Mann in Hamburg aus der U-Bahn und treten auf ihn ein. Das Opfer erleidet Rippenbrüche und Prellungen. Der Mann hatte einem anderen Mann beigestanden, der eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen den Frauen schlichten wollte.
September 2009: Ein Geschäftsmann, der sich schützend vor vier Kinder stellt, wird in München am S-Bahnhof Solln von zwei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen und erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Täter sind 17 und 18 Jahre alt.
Juli 2009: Jugendliche aus der Schweiz schlagen in München in einem Park drei Mazedonier krankenhausreif, von denen einer körperlich behindert ist. Wenige hundert Meter weiter prügeln sie einen Geschäftsmann fast zu Tode. Auf dem Weg in ihre Unterkunft schlagen sie dann noch auf einen Bulgaren ein. Die drei Tatverdächtigen sind 16 Jahre alt. Sie kommen aus Küssnacht bei Zürich und gehören zu einer Schülergruppe auf Abschlussfahrt.
Juni 2009: Bei einem Überfall in einem Fußgängertunnel am Bahnhof Harburg wird ein 44-jähriger Mann aus Niedersachsen so schwer verletzt, dass er drei Wochen später stirbt. Im September werden zwei 16 und 17 Jahre alte Jugendliche festgenommen. Die beiden sollen den Mann niedergeschlagen haben, weil er ihnen kein Geld gab.
Dezember 2008: Vier Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren schlagen auf einem Berliner U-Bahnhof einen 34 Jahre alten Familienvater brutal zusammen, stürzen ihn eine Treppe hinunter und schlagen ihm eine Flasche auf den Kopf. Das Opfer kommt mit einem Schädelbruch und Hirnblutungen ins Krankenhaus.
August 2008: Als ein Mann einem Jugendlichen, der in einem U-Bahnhof im fränkischen Fürth nach vorne gebeugt auf einer Bank sitzt, seine Hilfe anbietet, schlägt dieser ohne Vorwarnung auf ihn ein. Der 15-Jährige tritt seinem Opfer mehrere Male mit voller Wucht ins Gesicht und lässt ihn anschließend blutüberströmt liegen.
Dezember 2007: Ein 17-Jähriger und ein 20-Jähriger schlagen in einer Münchner U-Bahn-Station einen 76-jährigen Rentner zusammen. Der Mann hatte sie auf das Rauchverbot hingewiesen. Das Opfer erleidet einen dreifachen Schädelbruch und eine Gehirnblutung.
Quelle: Polizei
(bem)
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