Hamburg-Mitte Nach Bränden in Textilfirmen: Proteste vor Kik und C&A

Foto: C.Lachnitt

Mit Mahnwachen vor Kik und C&A gedachten Mitglieder der "Kampagne für Saubere Kleidung" den Opfern und übten Kritik.

Hamburg. Mit roten Grabkerzen und selbstgemalten Bannern standen am Dienstagabend rund 25 Mitglieder der Regionalgruppe "Kampagne für Saubere Kleidung" vor einer Kik-Filiale in St.Georg und vor einer C&A- Filiale an der Mönckebergstraße. Im strömenden Regen hielten sie Mahnwache und wollten ihren Protest kundtun.

Sie wollten den Toten nach den Bränden in Textilfirmen in Bangladesch und Pakistan gedenken, den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl und Solidarität dem Protest der Arbeiterinnen ausdrücken. In der abgebrannten Tazreen Fashion Limited Firma lässt die Firma C&A produzieren. Auch Kik hatte nach eigenen Angaben bis vor Kurzem dort fertigen lassen.

"Wir fordern, dass sich die Firmen Kik und C&A dem Brandschutzabkommen, das gemeinsam mit Gewerkschaften aus Bangladesch und anderen internationalen Arbeitsrechtsorganisationen Anfang 2012 erarbeitet wurde, anschließen. Außerdem fordern wir bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeiterinnen in den Textilfabriken", sagte Waltraud Waidelich von der Hamburger Regionalgruppe "Kampagne für Saubere Kleidung". Die Regionalgruppe gehört dem Netzwerk "Clean Clothes Campaign" (CCC) an, in dem sich 20 Trägerorganisationen zusammen gefunden haben.

In der Hamburger Gruppe sind unter anderem verschiedene Kirchenvereinigungen, ver.di sowie Terre des Femmes vertreten. Die "Clean Clothes Campaign" wurde vor 13 Jahren gegründet und ist in 15 europäischen Ländern vertreten. Das Hauptziel der Kampagne ist, die Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen in der Textilindustrie zu verbessern.

Die Reaktionen der Passanten auf die plötzliche Mahnwache waren unterschiedlich. Viele ließen sich nicht beirren und gingen zielstrebig in den Laden, andere blieben interessiert stehen. Eine Passantin machte sogar kurz vor dem Eingang wieder kehrt. Eigentlich wollte sie Weihnachtsdekoration kaufen, aber nun findet sie es nicht mehr richtig, in den Laden zu gehen.

Dabei sollte sich die Protestaktion gar nicht an die Konsumenten richten. Vielmehr sind es die Firmen, die sich angesprochen fühlen und reagieren sollen. Und ein Mitarbeiter der Kik-Filiale reagierte auch prompt auf die Protestsprüche und schloss die Ladentür von innen. Doch die Teilnehmer der Mahnwache ließen sich davon nicht irritieren- sie blieben stehen und wiederholten ihre Forderungen.