Soziales Projekt Bürgerbegehren: Eimsbütteler fordern Recht auf Tauschkisten

Foto: Lisa Fröhling

Nach dem Aus für die "Wechselstube" wollen die Initiatoren ernst machen. Sie fordern ein "Recht auf Tauschkisten" in jedem Stadtteil.

Hamburg. Die Eimsbütteler Initiativen Mensch macht Politik und Eimsbütteler Salon planen ein Bürgerbegehren im Bezirk. Sie wollen für jeden der neun Stadtteile des Bezirks das Recht auf eine kostenlose und öffentliche Tauschkiste einfordern.

Eine Tauschkiste, oder Wechselstube, wie sie in Eimsbüttel genannt wurde, ist ein Ort, an dem man Sachen, die man nicht mehr braucht abgeben und andere dafür mitnehmen kann. Von der Wohnzimmerlampe, über Kleidung und Bücher. Für Mitinitiator Marco Scheffler steht der soziale Aspekt im Vordergrund.

"Menschen, die nicht das Geld haben, sich ständig neue Sachen zu kaufen, profitieren von solchen Projekten. Ebenso Leute, die zu viel zu Hause herumstehen haben."

Bis vor wenigen Wochen gab es auch in Eimsbüttel eine solche Tauschkiste. Sie stand auf der Außenfläche von Marco Schefflers 040-Bar an der Methfesselstraße. Doch bald hagelte es Beschwerden. Am Ende sorgte eine offizielle Abmahnung der Hausverwaltung für das Aus der Wechselstube. "Mensch macht Politik" und der "Eimsbütteler Salon" mussten umdenken. Ihr Plan: die Wechselstube auf dem nahe gelegenen Else-Rauch-Platz aufzustellen. Da es sich dabei um eine öffentliche Fläche handelt, stellten sie beim Bezirksamt einen entsprechenden Antrag. Das war im November - eine Rückmeldung gab es bis heute nicht. "Nachdem der Antrag seit fast zwei Monaten noch immer nicht bearbeitet ist, haben wir beschlossen, diese Idee durch ein Bürgerbegehren weiter nach vorne zu bringen", sagt Scheffler. In den kommenden Tagen wollen er und seine Mitstreiter die nötigen Vorbereitungen treffen.