24.02.13

Entscheidung

Grüne ziehen mit Hajduk und Sarrazin in den Wahlkampf

Auf ihrer Landesmitgliederversammlung in Wandsbek wählten die Hamburger Grünen ihr Spitzenduo für den Bundestagswahlkampf.

Foto: dpa
Landesmitgliederversammlung der Hamburger Grünen
Anja Hajduk spricht auf der Landesmitgliederversammlung der Grünen in Wandsbek. Sie wurde auf Platz 1 der Landesliste gewählt

Hamburg-Wandsbek. Mit dem Führungsduo Anja Hajduk und Manuel Sarrazin ziehen die Hamburger Grünen in den Bundestagswahlkampf.

Die 49 Jahre alte frühere Stadtentwicklungssenatorin Hajduk wurde auf einem Parteitag in Wandsbek mit 77,6 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste nominiert. Ihre Rückkehr in den Bundestag – Hajduk war bereits von 2002 bis 2008 Abgeordnete in Berlin – gilt damit als sicher. Die heutige Finanzexpertin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion würde damit Krista Sager "beerben". Die frühere Wissenschaftssenatorin gehörte dem Parlament seit 2002 an, war Fraktionschefin zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung und möchte sich nach der Wahl im September mit dann 60 Jahren aus der Bundespolitik zurückziehen.

Auf den zweiten Listenplatz wurde Bundestagsabgeordneter Manuel Sarrazin mit 170 von 189 gültigen Stimmen gewählt. Er setzte sich klar gegen Friedrich Wilhelm Merck (3) durch.

"Wir brauchen ein starkes grünes Ergebnis, um sicher zwei Mandate von Hamburg aus nach Berlin zu bringen", hatte Hajduk vor der Wahl gesagt. "In Berlin gibt es nur einen Wechsel, wenn wir Grüne wirklich stark sind – und das heißt 15 Prozent, und das packen wir."

Neben der personellen Aufstellung will der Grünen-Landesverband bei dem Parteitag im Hamburger Stadtteil Wandsbek auch die inhaltlichen Schwerpunkte für den anstehenden Wahlkampf festzurren. "Wir müssen als Grüne weiter konsequent das Themenfeld soziale Gerechtigkeit besetzen und Antworten auf die wichtigen Zukunftsfragen geben", skizzierte die Landesvorsitzende der Grünen, Katharina Fegebank die Pläne.

Mit scharfer Kritik bedachte Fegebank den SPD-Senat von Bürgermeister Olaf Scholz. "Eine moderne, auf Bürgergesellschaft setzende Politik sieht anders aus. Eine Zukunftsidee lässt die Agenda Scholz vermissen", sagte sie am Sonntag. In der Hansestadt würde eine Regierung sitzen, die "der Politik Frau Merkels" nahe sei.

Die Grünen-Chefin gestand der SPD nach zwei Jahren an der Regierung aber auch Erfolge ein: "Die Umfragewerte von Scholz sind gut. Der Pausentee sei ihm jetzt gegönnt. Aber ich habe das Gefühl, dass sich Scholz nicht an Udo Lindenberg ein Beispiel suchen soll: Ich mach' mein Ding, egal, was die anderen sagen." Mit Blick auf die eigenen Umfragewerte sagte die Landesvorsitzende: "Unser Wert ist stabil und zeigt nach oben, aber ich habe schon gewartet und gehofft, dass sich in der Alleinregierung leichte Risse zeigen."

Die Grünen wollen in den kommenden Wochen und Monaten eine stärkere Partizipation der Bevölkerung in den Mittelpunkt rücken. Man müsse selbstbewussten Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Formen von Teilhabe und Beteiligung jenseits der Wahlen ermöglichen, sagte Fegebank.

(dey/dpa)
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