Streit um Umbenennung Hindenburgstraße: Senat ist skeptisch

Foto: Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord

Diskussion über den Reichspräsidenten und die Umbenennung der Hindenburgstraße geht unvermindert weiter. Senat ist skeptisch.

Hamburg . Der Senat neigt offenbar dazu, die Bestrebungen zur Umbenennung der Hindenburgstraße nicht zu unterstützen. Die Grünen erklärten am Donnerstag, sie wüssten "aus verschiedenen Quellen", dass sich der Senat am vergangenen Dienstag in seiner Vorbesprechung mit dem Thema befasst - und gegen den Vorschlag ausgesprochen habe. "Sollte das stimmen, würde der Senat den politischen Willen des SPD-geführten Bezirks Nord ignorieren", sagte Michael Werner-Boelz, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksversammlung.

Nach Abendblatt-Informationen gab es am Dienstag im Rathaus in der Tat ein informelles Gespräch über Hindenburg, bei dem die Skepsis bezüglich einer Umbenennung überwog. Eine Abstimmung hat es allerdings nicht gegeben. Senatssprecher Christoph Holstein verwies darauf, dass es über Inhalte von Senatsvorbesprechungen grundsätzlich keine Verlautbarungen gebe.

Es sind vor allem die Grünen, die die Debatte über den 1934 verstorbenen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg befeuern. Er hatte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Der Forderung nach Umbenennung der Hindenburgstraße haben sich die SPD, die FDP und die Linken im Bezirk Nord angeschlossen, die CDU ist dagegen. Am 14. Februar will die Bezirksversammlung darüber abstimmen.

Sollte es eine Mehrheit geben, würde zunächst das Staatsarchiv die Frage prüfen, abschließend entschiede eine Senatskommission darüber.

Anders verhält es sich mit der Ehrenbürgerschaft Hindenburgs, die ihm 1917 mitten im Ersten Weltkrieg zugesprochen worden war. Die Grünen wollen die Aberkennung beantragen, worüber die Bürgerschaft zu entscheiden hat. Die grüne Bürgerschaftsabgeordnete und Parteichefin Katharina Fegebank begründet den Antrag damit, dass Hindenburg heutzutage nicht mehr das "Wertefundament unserer Stadt" repräsentieren könne. "Dieser Mann war Militarist und erklärter Antidemokrat", so Fegebank. Wann sich die Bürgerschaft damit befassen wird, ist noch unklar.