23.01.13

Privater Bahnbetreiber HKX

"Manche Züge sind permanent ausverkauft"

Bahnkonkurrent HKX ist mit Auslastung am Wochenende auf der Strecke Hamburg-Köln zufrieden. An Wochentagen läuft es zum Teil schleppend.

Von Olaf Preuß
Foto: Michael Rauhe
Zug
HKX-Mehrheitseigner Henry Posner (Mitte) sowie die Geschäftsführer Eva Kreienkamp und Carsten Carstensen bei der Jungfernfahrt des HKX im Juli

Hamburg. Die Betreiber des Fernzuges Hamburg-Köln-Express (HKX) ziehen nach einem halben Jahr Betrieb eine optimistische Zwischenbilanz. "Wir befördern im Schnitt gut 25.000 Menschen im Monat. Das ist ein wirklich guter Auftakt", sagte Geschäftsführerin Eva Kreienkamp dem Abendblatt. Das Unternehmen, das mehrheitlich dem US-Investor Railroad Development Corporation (RDC) Deutschland gehört, will in den kommenden Jahren weiter expandieren, obwohl HKX bislang noch kein Geld verdient: "Die Gewinnschwelle kommt noch", sagte Kreienkamp. "Unsere Investoren wollen sich bei HKX langfristig engagieren."

Im Personenfernverkehr gibt es in Deutschland nach wie vor kaum Konkurrenz zum früheren Staatsmonopolisten Deutsche Bahn, anders als im Regionalverkehr oder bei der Güterbahn. Neben dem HKX betreiben Bahnkonkurrenten derzeit lediglich drei Fernstrecken, die alle in Ostdeutschland liegen und die an den Berliner Hauptbahnhof angebunden sind. Der französische Veolia-Konzern, der den InterConnex von Leipzig nach Rostock und den Harz-Berlin-Express (HEX) betreibt, ist auch Geschäftspartner von HKX. Veolia, einer der wichtigsten Konkurrenten der Deutschen Bahn im Regionalverkehr, fährt die Züge zwischen Hamburg und Köln im Auftrag von HKX. In der Startphase von HKX bildete Veolia auch dessen Bordpersonal aus.

Dreh- und Angelpunkt des HKX-Fahrplans, so die Erkenntnis nach dem ersten halben Jahr, ist Hamburg. Rund 90 Prozent aller Fahrgäste starten oder beenden dort ihre Fahrt mit dem neuen Bahnbetreiber. "Wir haben 26 Verbindungen je Woche, also 13 Umläufe zwischen Köln und Hamburg, die mit jeweils vier bis fünf Waggons fahren", sagte Kreienkamp. Die Preisspanne liegt zwischen 18 und 68 Euro je Ticket, abhängig von Tag und Fahrzeit. Damit versucht HKX unterhalb des Preises der Deutschen Bahn zu bleiben.

An den Wochenenden ist HKX bislang erfolgreicher als bei den Verbindungen während der Woche. "Manche Züge, vor allem an den Wochenenden, sind permanent ausverkauft. Besonders an den Wochenenden haben wir mittlerweile ein wachsendes Stammpublikum. Bei anderen Verbindungen etwa während der Woche morgens müssen wir über den Preis verstärkt werben. Ein Teil unseres Publikums ist sehr zeitautonom und flexibel bei den Fahrzeiten. Da spielt der Preis sicher eine besondere Rolle", sagte Kreienkamp. HKX konnte sich bislang behaupten, obwohl die Deutsche Bahn seit Dezember neue Intercity-Züge auf der Strecke zwischen Hamburg und Köln einsetzt. Die Bahn bedient die Strecke in beide Richtungen stündlich.

HKX fährt jeweils bis zu dreimal am Tag mit Waggons, die teilweise noch aus den 1970er-Jahren stammen. "Wir werben nicht mit unseren Waggons oder bestimmten Ausstattungsmerkmalen, sondern mit unseren Preisen und dem Service", sagte Kreienkamp.

Zuversichtlich ist die Geschäftsführerin auch mit Blick auf die neue Konkurrenz der Bahnbetreiber durch Fernbuslinien. Seit Beginn des Jahres ist der Markt für Fernbusse liberalisiert. Zuvor durften Busbetreiber ihre Dienste nur auf wenigen Langstrecken anbieten. "Der neue Fernbusverkehr macht uns keine Angst, ganz im Gegenteil. Das ist eine wunderbare Ergänzung für ein sich ständig wandelndes Mobilitätsverhalten", sagte Kreienkamp. "Wir werden selbst Gespräche mit Busgesellschaften führen, um in Kombination mit anderen Verkehrsträgern unsere eigene Mobilitätskette zu verlängern."

Bis zum Ende des Jahres will HKX den Fahrplan so ausbauen, dass künftig in beide Richtungen jeweils drei Züge am Tag fahren. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den Auftritt von HKX. "Das belebt das Geschäft und nützt den Bahnreisenden", sagte Winfried Karg, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes, dem Abendblatt. "Von Hamburg ins Ruhrgebiet setzt die Deutsche Bahn als Reaktion mittlerweile neue IC und auf bestimmten Verbindungen auch ICE ein."

Obwohl der Umfang des HKX-Angebots klein ist, räumt Pro Bahn ihm Chancen ein. "Der InterConnex fährt zwischen Rostock und Leipzig seit Jahren", sagte Karg. "Wir wünschen uns, dass noch mehr Betreiber in den Wettbewerb auf Fernstrecken eintreten."

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Multimedia

Hamburg-Köln-Express gestartet

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. KommentareRussische ProvokationGegen Wladimir Putin hilft nur die harte Hand
  2. 2. AuslandMilliardenzahlungGegen Vorkasse liefert Russland wieder Gas an Ukraine
  3. 3. AuslandNato-KonfrontationRaketen, Jets, Radare – wie Moskau aufrüstet
  4. 4. PanoramaVerschollenes FlugzeugZwei Kinder klagen als Erste wegen MH 370
  5. 5. DeutschlandVerkehrsabgabeDie Pkw-Maut kommt – aber ganz anders als gedacht
Top-Videos
Aktuell
Hamburgs berühmtester Briefkasten ist zurück

Der beliebte Drive-In-Briefkasten am Siemersplatz wurde wieder aufgestellt. Autofahrer haben somit wieder die Möglichkeit im Vorbeifahren…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Handelskammer

"Cheese and bread" bei der Morgensprache

Winterhude

Stanislawski und Laas eröffnen Supermarkt

Ärchaologisches Museum

Ausstellung "Mythos der Hammaburg"

Hamburg

Auto stürzt in Uhlenhorst in Kanal

Hamburg Guide mehr
Weitere Dienste alle Dienste
tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr