22.01.13

Führerschein

Hamburger scheitern am häufigsten an der Praxis-Prüfung

Große regionale Unterschiede beim Bestehen der Fahrprüfungen. Autoclub Europa macht mangelhafte Fahrschulen verantwortlich.

Foto: pa/dpa
Begleitetes Fahren mit 17
Niklas Kakomanolis probt für die Führerscheinprüfung

Hamburg/Goslar. Jedes Jahr fallen in Deutschland Hunderttausende Fahrschüler durch die Prüfung – besonders viele in Hamburg. Das hat eine Studie des Autoclubs Europa ACE ergeben, die sich auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes beruft. Besonders hoch ist die Durchfallquote demnach in Hamburg bei der praktischen Fahrprüfung. Über 40 Prozent der Prüflinge in der Hansestadt fallen hierbei durch – soviel, wie in keinem anderen Land. Bundesweit fällt fast jeder Vierte durch die Praxis. Etwas besser sieht die Quote der Hamburger Fahrschüler bei der Theorie aus. Hier fallen rund 30 Prozent durch – das ist Bundesdurchschnitt. Die traurige Spitze übernimmt Sachsen-Anhalt.

Theorie und Praxis zusammengenommen liegt Hamburg auf Platz vier der Durchfallquote. Davor liegen Thüringen und Sachsen, am häufigsten fallen Prüflinge in Sachsen-Anhalt durch. Die niedrigste Durchfallquote bei Führerscheinprüfungen hatte derweil Hessen (22,14 Prozent) gefolgt von Niedersachsen (24,87) und Schleswig-Holstein (25,13 Prozent).

Der ACE macht für das Scheitern der Schüler vor allem die mangelhafte Vorbereitung in den Fahrschulen verantwortlich. Durchfallquoten von rund 30 Prozent seien jedenfalls kein Zeichen für eine hochqualifizierte Ausbildung, heißt es in der Studie.

Demnach seien im Jahr 2011 bundesweit knapp 28 Prozent der Prüflinge mindestens einmal durch die Führerscheinprüfung gefallen. Es komme der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der hohen Durchfallquote und der schlechten Ertragslage gibt, unter der viele Fahrschulen angesichts der demografischen Entwicklung leiden, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. "Sie spekulieren auf eine hohe Durchfallquote, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können."

Der ACE rief Führerscheinaspiranten dazu auf, Fahrschulen nicht unbedingt nach vermeintlichen Billigpreisen auszusuchen. Entscheidend sei eher eine hohe Quote bestandener Prüfungen, sagt Sprecher Hillgärtner.

Am Donnerstag kommen rund 1900 Verkehrsexperten 51. Verkehrsgerichtstag des ACE in Goslar zusammen. Zentrales Thema ist dabei die Verbesserung der Fahrausbildung.

Durchfallquoten in der Fahrprüfung

1. Hessen: 22,1 Prozent

2. Niedersachsen: 24,9 Prozent

3. Schleswig-Holstein: 25,1 Prozent

4. Bayern: 26,2 Prozent

5. Nordrhein-Westfalen: 26,6 Prozent

6. Baden-Württemberg: 26,7 Prozent

7. Rheinland-Pfalz: 26,9 Prozent

8. Saarland: 28,4 Prozent

9. Bremen: 32,8 Prozent

10. Berlin: 34,8 Prozent

11. Brandenburg: 34,9 Prozent

12. Mecklenburg-Vorpommern: 35,7 Prozent

13. Hamburg: 35,7 Prozent

14. Thüringen: 36,3 Prozent

15. Sachsen: 36,5 Prozent

16. Sachsen-Anhalt: 38,5 Prozent

(HA/dpa)
Die Reform der Flensburger Verkehrssünderkartei
  • Fahreignungsregister

     Das Verkehrszentralregister in Flensburg soll künftig Fahreignungsregister heißen – und das Punktesystem kräftig entschlackt werden.

  • Punkte

    Statt bei 18 Punkten ist der Führerschein künftig bei acht Punkten weg – dafür gibt es nicht mehr bis zu sieben Punkte für ein Delikt, sondern nur noch maximal drei. Wer 6 oder 7 Punkte erreicht, muss an einem Fahreignungsseminar teilnehmen. Verstöße, die nicht die Sicherheit gefährden, werden nicht mehr mit Punkten geahndet. Dazu zählt das Einfahren in eine Umweltzone ohne Berechtigungsplakette oder Verstöße bei Sonntagsfahrverboten und Fahrtenbüchern.

  • Abbau von Punkten

    Bei der Umrechnung des alten auf das neue Punktesystem werden zum Beispiel Umweltzonen-Strafpunkte gestrichen. Bis zu eine Million Bürger könnten so aus der Datei verschwinden. Ein Abbau durch Teilnahme an freiwilligen Seminaren ist nicht mehr möglich. Die Maxime von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lautet: „Keine Rabatte für notorische Verkehrsrowdys“.

  • Verjährung

    Künftig soll jeder Verstoß für sich verjähren. Punkte für Straftaten mit Führerscheinentzug sollen nach elf Jahren gelöscht werden. Straftaten ohne Führerscheinentzug nach sechs Jahren, Ordnungswidrigkeiten nach sechs bis drei Jahren. Ein erster Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins ist nach sechs Monaten möglich.

  • Führerschein mit 17

     Wer mehr als zwei Punkte hat, darf nicht mehr als Begleiter für Fahranfänger eingetragen werden, die vom 17. bis Erreichen des 18. Lebensjahrs nur in Begleitung fahren dürfen. Wer drei Punkte hat, kann nach einem Eignungsseminar Begleiter werden.

  • Höhere Bußgelder

    Ein Einfahren in die Umweltzone ohne Plakette wird zwar nicht mehr mit Punkten geahndet, kostet aber künftig 80 statt 40 Euro. Wer mit dem Handy telefoniert oder die Kinder nicht vernünftig anschnallt, muss 60 statt bisher 40 Euro zahlen. Ein Verstoß gegen die Winterreifenpflicht kostet auch 60 statt 40 Euro, ein Missachten der Kindersicherungspflicht bis zu 70 Euro.

  • Inkrafttreten

    Wahrscheinlich erst Anfang 2014. Da es mehrfach Korrekturen gegeben hat, konnte das Kabinett die Reform erst jetzt verabschieden. 2013 müssen sich Bundestag und Bundesrat damit befassen. Sechs Monate nach Verkündigung im Gesetzblatt soll die Neuregelung gelten. Blockieren die Länder das zustimmungspflichtige Gesetz im Bundesrat, ist ein Starttermin Anfang 2014 nicht zu halten.

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