Führerschein Hamburger scheitern am häufigsten an der Praxis-Prüfung

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Große regionale Unterschiede beim Bestehen der Fahrprüfungen. Autoclub Europa macht mangelhafte Fahrschulen verantwortlich.

Hamburg/Goslar. Jedes Jahr fallen in Deutschland Hunderttausende Fahrschüler durch die Prüfung – besonders viele in Hamburg. Das hat eine Studie des Autoclubs Europa ACE ergeben, die sich auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes beruft. Besonders hoch ist die Durchfallquote demnach in Hamburg bei der praktischen Fahrprüfung. Über 40 Prozent der Prüflinge in der Hansestadt fallen hierbei durch – soviel, wie in keinem anderen Land. Bundesweit fällt fast jeder Vierte durch die Praxis. Etwas besser sieht die Quote der Hamburger Fahrschüler bei der Theorie aus. Hier fallen rund 30 Prozent durch – das ist Bundesdurchschnitt. Die traurige Spitze übernimmt Sachsen-Anhalt.

Theorie und Praxis zusammengenommen liegt Hamburg auf Platz vier der Durchfallquote. Davor liegen Thüringen und Sachsen, am häufigsten fallen Prüflinge in Sachsen-Anhalt durch. Die niedrigste Durchfallquote bei Führerscheinprüfungen hatte derweil Hessen (22,14 Prozent) gefolgt von Niedersachsen (24,87) und Schleswig-Holstein (25,13 Prozent).

Der ACE macht für das Scheitern der Schüler vor allem die mangelhafte Vorbereitung in den Fahrschulen verantwortlich. Durchfallquoten von rund 30 Prozent seien jedenfalls kein Zeichen für eine hochqualifizierte Ausbildung, heißt es in der Studie.

Demnach seien im Jahr 2011 bundesweit knapp 28 Prozent der Prüflinge mindestens einmal durch die Führerscheinprüfung gefallen. Es komme der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der hohen Durchfallquote und der schlechten Ertragslage gibt, unter der viele Fahrschulen angesichts der demografischen Entwicklung leiden, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. "Sie spekulieren auf eine hohe Durchfallquote, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können."

Der ACE rief Führerscheinaspiranten dazu auf, Fahrschulen nicht unbedingt nach vermeintlichen Billigpreisen auszusuchen. Entscheidend sei eher eine hohe Quote bestandener Prüfungen, sagt Sprecher Hillgärtner.

Am Donnerstag kommen rund 1900 Verkehrsexperten 51. Verkehrsgerichtstag des ACE in Goslar zusammen. Zentrales Thema ist dabei die Verbesserung der Fahrausbildung.