Hamburg Tierschützer entdecken Jacke mit Marder-Hundepelz

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Firma räumt ein: Kleidungsstück in einem Hamburger Geschäft war falsch gekennzeichnet. "Vier Pfoten" fordert generelles Echtfell-Verbot.

Hamburg. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat in einem Hamburger Geschäft eine falsch gekennzeichnete Pelzjacke der Modefirma Closed entdeckt. Die Tierschützer fanden eine Jacke, bei der es sich laut Etikett um "100 Prozent Waschbär" handeln sollte. Doch eine von Vier Pfoten in Auftrag gegebene Laboranalyse ergab etwas anderes: Bei dem Besatz handelte sich um 100 Prozent Fell eines Marderhunds. Während der Waschbär ein Kleinbär ist, gehört der Marderhund zu der Familie der Hunde.

Die Hamburger Verbraucherzentrale mahnte Closed wegen eines Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht ab. "Die Kunden sollen nicht an Hunde denken, weil sie dann eine Jacke mit Echtpelzkragen nicht kaufen würden – das ist Irreführung", sagt Dirk Petersen, Textilexperte der Verbraucherzentrale Hamburg.

Closed reagierte prompt. Nur kurze Zeit später gab die Modefirma eine Erklärung ab und sicherte schriftlich zu, die Falschbezeichnung ab sofort zu unterlassen. Für die Organisation Vier Pfoten aber nur ein kleiner Teilerfolg. "Ich finde es selbstverständlich, dass ein Unternehmen so einen Fehler einräumt. Die schnelle Reaktion ist natürlich schön, auch für die Kunden. Wir bleiben aber dabei, dass wir von Closed fordern, jegliches Echtfell aus dem Bestand zu nehmen", sagt Thomas Pietsch, Sprecher von Vier Pfoten.

Seit 2009 gibt es ein EU-Importverbot auf Katzen- und Hundefelle, jedoch fällt der Marderhund nicht in diese Gruppe. Die EU-Verordnung erfasst nur domestizierte Haushunde. Unabhängig von diesem Importverbot, gibt es keine vorgeschriebene Pelzdeklaration zur Tierart, Herkunft, Haltung und Tötung von Tieren in Deutschland.