15.01.13

Wilhelmsburg

Barkassenbetreiber lehnen Liniendienst zur Gartenschau ab

Als stimmungsvolle Alternative zu S-Bahn oder Auto waren die Touren mit den Barkassen beworben worden. Nun ist das Projekt geplatzt.

Foto: Bertold Fabricius/Pressebild.de/Bertold Fabricius
Barkassenfahrt zur igs
Eine Barkasse in der Ernst-August-Schleuse auf dem Weg zur Internationalen Gartenschau

Hamburg. Mit Barkassen sollten die Besucher von Gartenschau und Bauausstellung ab April nach Wilhelmsburg fahren - so war es geplant. Als stimmungsvolle Alternative zu S-Bahn oder Auto waren die Touren beworben worden. Nun ist das Projekt geplatzt. Die sechs Barkassenunternehmer sind von einer entsprechenden Absichtserklärung zurückgetreten. "Wer mit uns zur Gartenschau fahren will, muss das ganze Schiff chartern", sagt Gregor Mogi, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft igs-Schiff. "Das finanzielle Risiko für einen regelmäßigen Liniendienst ist zu groß."

Rund 15 Millionen Euro hatte die Stadt in den Ausbau von Aßmannkanal und Rathauswettern investiert, auch der Anleger am Wilhelmsburger Bürgerhaus wurde neu gebaut. Die Hafenbehörde Hamburg Port Authority hatte für 26 Millionen Euro die Ernst-August-Schleuse gebaut - und die Schleusungszeiten verkürzt, nachdem die Barkassenunternehmer Bedenken angemeldet hatten, dass zu lange Wartezeiten ihre Touren teurer machten.

Für die Internationale Gartenschau (igs) sei der Rückzieher der Barkassenunternehmer "sehr bedauerlich", sagt igs-Sprecherin Helga Feddersen. "Wir suchen auf jeden Fall nach einer Alternative." Vorstellbar sei eine Art Shuttle-Dienst. Die Passagiere würden mit einem Linienschiff der Hadag oder der Maritimen Circle Line zum neuen Anleger "Ernst-August-Schleuse" im Klütjenburger Hafen fahren, dort aussteigen und auf der anderen Seite des Deichs ein Schiff besteigen, das sie durch den Aßmannkanal nach Wilhelmsburg hineinfährt. Nach Abendblatt-Informationen würde der Betrieb dieser Barkasse rund 1000 Euro am Tag kosten - für einen rentablen Betrieb müsste sie also täglich von mindestens 150 Fahrgästen genutzt werden.

Auch Gregor Mogi hätte die Gartenschau gerne fest im Fahrplan verankert. "Wir haben uns drei Jahre lang mit den Planungen beschäftigt", sagt er. "Aber zum Schluss waren wir von dem Erfolg des Projektes nicht mehr überzeugt." Zu viele Fragen konnten im Vorfeld nicht geklärt werden. Etwa, zu welchen Uhrzeiten die Schiffe hauptsächlich nachgefragt würden oder wie viele Fahrgäste die Touren nach Wilhelmsburg überhaupt in Anspruch nähmen. "Wer trägt den Schaden, wenn nicht genug Fahrgäste kommen?", so Mogi. Die igs habe es abgelehnt, eine Grundfinanzierung zu übernehmen.

(fru)
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