Hamburger Traditionswerft Schwedischer Konzern steigt bei Blohm+Voss ein

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Das Unternehmen SKF übernimmt den Maschinenbau der Werft vom bisherigen Investor Star Capital. Kostenpunkt: 80 Millionen Euro.

Hamburg/Göteborg. Der schwedische Konzern SKF kauft Teile der Hamburger Werft Blohm+Voss. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch am Sitz seiner deutschen Niederlassung in Schweinfurt mit. Demnach übernimmt SKF den Maschinenbau der Hamburger Traditionswerft vom Finanzinvestor Star Capital.

SKF zahle für das Unternehmen 80 Millionen Euro und übernehme zusätzlich Schulden von 18 Millionen Euro. Star Capital hatte vor einem Jahr den zivilen Teil von Blohm+Voss übernommen.

SKF ist ein weltweit tätiger Maschinenbaukonzern mit einem Umsatz von 66,2 Milliarden Kronen (7,74 Milliarden Euro) und mehr als 46.000Beschäftigten. Der Maschinenbau von Blohm+Voss erreicht rund 100 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt 400 Mitarbeiter. In dem Werftteil werden hochwertige Schiffsausrüstung wie Stabilisatoren oder Abdichtungen für Antriebswellen hergestellt.

Durch den Kauf will SKF "ein noch kompetenterer Partner für Erstausrüster und Endkunden bei wichtigen Wellenkomponenten für die Schifffahrtsindustrie und spezielle maritime Anwendungen" werden, so Vorstandschef Tom Johnstone.

Vorbesitzer ThyssenKrupp konzentriert sich auf den militärischen Schiffbau, also vor allem Korvetten, Fregatten (Blohm+Voss Naval) und U-Boote . Ohne den Maschinenbau besteht der Rest von Blohm+Voss nun im wesentlichen aus einer Reparaturwerft (Blohm+Voss Repair) und einer Neubauwerft (Blohm+Voss Shipyards), die sich vor allem um den Bau von Megayachten bemüht.

Blohm+Voss Industries (BVI) baut Maschinen und Komponenten, die im Schiffbau zum Einsatz kommen, zum Beispiel Wellenkomponenten (Dichtungen und Lager), Stabilisatoren und Ölabscheider. SKF ist ein weltweit führender Anbieter von Wälzlagern, Dichtungen, Mechatronik-Bauteilen und Schmiersystemen.