07.01.13

Hamburg

Baugeld wird noch billiger - Preisanstieg bei Häusern

Die gute Nachricht: Experten gehen davon aus, dass die Zinsen weiter sinken. Die schlechte: In Großstädten wie Hamburg steigen die Preise.

Von Manfred Rolfsmeier
Foto: Getty Images
Familie
Den Traum vom Eigenheim haben viele Menschen. Die niedrigen Zinsen helfen bei der Finanzierung. Allerdings sollte man genug Eigenkapital mitbringen

Hamburg . Für Bauherren und Immobilienkäufer wird Baugeld im laufenden Jahr voraussichtlich nochmals billiger. Dies dürfte vor allem Hamburger Interessenten freuen, müssen sie doch immer höhere Kaufpreise für Häuser und Wohnungen vor allem in Toplagen bezahlen. So können sie wenigstens Geld bei der Finanzierung der eigenen vier Wände sparen. Bereits in den vergangenen Wochen erreichten die Hypothekenzinsen ein historisches Tief, und dieser Trend hält an. "Die Zinsen dürften in den nächsten Monaten weiter fallen", sagt Max Herbst, Inhaber der unabhängigen Finanzberatung FMH. "Denn die Renditen für Bundesanleihen und Pfandbriefe, die beim Hypothekenzins den Takt angeben, sinken." Andererseits wird es für Immobilienkäufer 2013 aber auch teurer, denn Experten erwarten einen weiteren Preisanstieg bei Häusern und Eigentumswohnungen, gerade in Hamburg.

Baugeld mit zehnjähriger Zinsbindung ist nach dem aktuellen FMH-Vergleich bereits für effektiv 2,4 Prozent zu haben. Diesen Zins gibt es derzeit bei Creditweb, DTW, Enderlein sowie Haus & Wohnen. Auch bei einer Laufzeit von 20 Jahren bieten diese Anbieter mit 3,17 Prozent aktuell die günstigsten Konditionen. Vom günstigen Zinsniveau profitieren auch Kunden, die eine Anschlussfinanzierung benötigen. Die sogenannten Forward-Darlehen mit einer Vorlaufzeit von zwölf Monaten sind bereits für effektiv 2,52 Prozent zu haben. Einige Banken vergeben die Forward-Darlehen mit Laufzeiten von einem Jahr und mehr laut Herbst mittlerweile auch ohne Aufschlag gegenüber herkömmlichen Krediten.

Auf der Suche nach der günstigsten Finanzierung sollten Kunden neben den überregionalen Anbietern auch die Angebote regionaler Banken einbeziehen, rät Jörg Sahr, Immobilienexperte der Stiftung Warentest. Denn kleine Institute vor Ort böten oft noch günstigere Konditionen. "Vorsichtige sollten sich zudem die niedrigen Zinsen möglichst lange sichern - vor allem wenn sie sich keine hohe Tilgung leisten können und daher nur langsam von ihren Schulden herunterkommen", rät Sahr. Für Käufer und Bauherren ist es zudem ratsam, mehrere Angebote zu vergleichen, zumal die Beratung oftmals fehlerhaft ist. "Nach unserer Beobachtung werden Verbrauchern in sieben von zehn Fällen Kredite angeboten, die nicht ihrem Bedarf entsprechen", sagt Nils Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale. Oft passten Darlehenssumme und Zinsbindung nicht zur individuellen Situation des Kunden. Zu den weiteren Mängeln zählten eine fehlende Flexibilität der Angebote und falsch berechnete Monatsraten.

Zugleich müssen Käufer für den Traum von der eigenen Immobilie immer mehr Geld ausgeben, wie der Verband Deutscher Pfandbriefbanken errechnet hat. So war selbst genutztes Wohneigentum im dritten Quartal 2012 um 4,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Derzeit zahlen Käufer im Schnitt rund 279.000 Euro für ein Eigenheim, das sind 8,1 Prozent mehr als vor drei Jahren. Käufer investieren damit im Schnitt das 5,7-Fache ihres Jahresnettoeinkommens.

Und in diesem Jahr dürfte es für Immobilienkäufer erneut teurer werden. Das gilt insbesondere für Häuser und Eigentumswohnungen in den guten Lagen beliebter Großstädte wie Hamburg. Dabei sind die Preise an Alster und Elbe schon in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. "Wir rechnen im Bundesdurchschnitt auch 2013 mit Preisansteigen leicht oberhalb der Inflationsrate", sagt der Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD), Michael Schick. Allerdings würden derart starke Preis- und Mietsteigerungen, wie es sie 2011 und 2012 in begehrten Wohnlagen gegeben habe, nicht mehr oder nur noch vereinzelt auftreten.

Finanzexperte Nauhauser warnt davor, dass kreditfinanzierte Immobilien keineswegs ein Schutz vor einer ausufernden Inflation seien. Denn niemand könne die Preisentwicklung sicher voraussagen, dazu seien die Zusammenhänge viel zu komplex. "Das Märchen vom Betongold als sichere Altersvorsorge ist nichts Geringeres als profitorientierte Vertriebspropaganda", sagt Nauhauser. Allerdings könnten Käufer mit einer guten Beratung durch unabhängige Institute ihre Risiken minimieren.

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