07.01.13

Hochdruckwetter

Hamburger Bauern fürchten um ihre Pflanzen

Die Gartenschau-Planer freuen sich, die Bauern sind besorgt: Wie sich die milde Temperatur zu Jahresbeginn auf Stadt und Menschen auswirkt.

Von Marlies Fischer
Foto: pa/Arco Images G/Arco Images GmbH
Traktor auf dem Feld
Ein Bauer auf seinem Traktor bei der Feldarbeit (Archivfoto)

Hamburg. Gummistiefel, wetterfeste Kleidung, Regenschirm - diese Grundausstattung war für jeden unverzichtbar, der sich am Wochenende in Hamburg draußen aufhielt. Das Schmuddelwetter mit Regen, tief hängenden Wolken am trüb-grauen Himmel und Tagestemperaturen von acht Grad Celsius lud eher dazu ein, mit einem spannenden Buch im Bett zu bleiben, gemütlich auf der Couch zu lümmeln oder in die Sauna zu gehen. Am nächsten Wochenende soll laut Prognosen aber der Winter zurückkommen.

Der 4. Januar gehörte mit 9,5 Grad Celsius zu den wärmsten seit der Wetteraufzeichnung in Hamburg. Die Organisatoren der Internationalen Gartenschau (igs) in Wilhelmsburg freuen sich jedoch über die derzeitige Wetterlage. "Die milden Temperaturen kommen uns sehr gelegen", sagt igs-Sprecher Michael Langenstein. "Wir können ohne Probleme pflanzen und Beete anlegen. Und der Wegebau sowie Asphaltierungsarbeiten gehen ohne Frost im Boden auch schneller voran." Die igs sei gut im Plan für die Eröffnung am 26. April. "Wir wünschen uns den richtigen Winter mit Frost, Schnee und Eis nicht zurück", so igs-Sprecher Michael Langenstein.

Die Hamburger Bauern dagegen sehen mit einiger Sorge, wie Gras und Grünland sprießen. Auch Weizen und Raps sind weiterentwickelt als normalerweise zu dieser Jahreszeit. "Den Pflanzen fehlt die Ruheperiode", sagt Bauernverbands-Präsident Heinz Behrmann aus Sülldorf. "Sie ziehen schon Saft und werden zum Wachstum angeregt." Dem Landwirt wären dauerhafte Temperaturen um die null Grad lieber. Auf keinen Fall aber möchte Behrmann schnelle Temperaturschwankungen von plus fünf Grad auf minus zehn Grad. "Dann nehmen Raps und Weizen Schaden, das hatten wir im vergangenen Jahr."

Und dann räumt Behrmann noch mit dem Gerücht auf, dass Stechmücken sich in milden Wintern allzu sehr vermehren können oder die Brut bei anhaltendem Frost zerstört wird. "Mücken sind anpassungs- und widerstandsfähig, das Wetter macht ihnen nichts aus."

Joerg Hilbers, Leiter des Beraterteams an der Obstbauversuchsanstalt in Jork, bleibt angesichts des Wetters gelassen. "Zurzeit ist alles gut. Nur wenn es die nächsten sechs Wochen so mild bleibt, verlassen die Bäume die Winterruhe, und die Knospen beginnen zu schwellen. Wenn dann starker Frost kommt, könnte es problematisch werden. Aber mit so hohen Temperaturen wie jetzt über einen so langen Zeitraum ist ja nicht zu rechnen."

Da gibt ihm der Hamburger Meteorologe Frank Böttcher recht. Der Geschäftsführer vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation verantwortet auch den Wetterservice im Hamburger Abendblatt. Er prognostiziert für Freitag: "Winter, mit allem, was dazugehört, also Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee, Glätte, Eiskratzen, Staus und kaltem Nordostwind."

Am Montag entsteht laut Böttchers Berechnungsmodellen im Nordmeer zwischen Grönland und Norwegen ein Hochdruckgebiet. Das zieht dann bis Freitag nach Skandinavien. Und die Konsequenzen für Hamburg? "Ab Donnerstagnachmittag kommt der Wetterumschwung. Es wird kalt und gibt Nachtfrost, erste Schneeschauer sind möglich."

Wie lange der Winter dann in Hamburg bleibt, kann Meteorologe Frank Böttcher, der auch für den Wetterservice bei Hamburg 1 und Radio Hamburg sorgt, bisher nicht voraussagen. "Über das nächste Wochenende hinaus gibt es noch keine seriösen Berechnungsmodelle."

Noch eine Folge des milden Winters: Ambulanzen und Notaufnahmen in den Hamburger Krankenhäusern verzeichnen keine erhöhte Anzahl von Knochenbrüchen und Sturzverletzungen. "Das hält sich alles im Rahmen", so Asklepios-Sprecher Matthias Eberenz.

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