01.01.13

Hamburger Silvesterbilanz

Andrang in der Notaufnahme: Mehr Verletzte als im Vorjahr

Etliche Brände und Alkohol-Patienten bescherten Rettungskräften einen unruhigen Jahreswechsel. Ein Rätselhafter Todesfall in Harburg.

Foto: dpa

Die schöne Seite der Silvesternacht: Im Hamburger Hafen feierten Tausende Schaulustige bei organisiertem Feuerwerk ins neue Jahr

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Hamburg. Die Silvesternacht endete in diesem Jahr für vergleichsweise viele Hamburger im Krankenhaus. Mit 106 Patienten hatte die Asklepios Klinik Altona in der Nacht auf den 1. Januar deutlich mehr Fälle zu versorgen als im vergangenen Jahr. Da waren es "nur" 81 gewesen.

Mit 13 Fällen lautete die häufigste Diagnose in der Silvesternacht Alkoholvergiftung. In drei Fällen waren die Patienten unter 18. Auch in der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Nord (Heidberg) kamen zahlreiche Patienten, die zu viel Alkohol getrunken hatten. Der jüngste von ihnen ist nach Klinikangaben 16 Jahre alt, hatte mehr als zwei Promille und wird derzeit auf der Kinderstation behandelt.

15.000 Menschen an den Landungsbrücken - 10.000 an der Binnenalster

Insgesamt haben rund 15.000 Menschen den Jahreswechsel an den Landungsbrücken gefeiert. Weitere 10.000 Menschen feierten Silvester rund um die Binnenalster. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.

Wegen der Menschenmassen konnten die U- und S-Bahnen am Bahnhof Landungsbrücken in der Zeit von 23:30 – 00:25 Uhr nicht anhalten, sie mussten durchfahren. Die Pontons an den Landungsbrücken mussten ebenso viele einige Straßen in diesem Bereich gesperrt werden.

An der Binnenalster schauten sich bis zu 10.000 Personen das jährliche Feuerwerk an. Bereits kurz nach dem Jahreswechsel wanderte ein Großteil der Besucher in Richtung Reeperbahn ab. In der Spitze feierten rund 50.000 Besucher die Silvesternacht im Vergnügungsviertel St. Pauli.

Viele Rettungseinsätze

Überdurchschnittlich viele Brände, mehrere Verletzte und auch ein Todesfall: Hamburgs Rettungskräfte sind in der Silvesternacht nach eigenen Angaben gut beschäftigt gewesen. Mit 1076 Feuerwehreinsätzen sei der diesjährige Jahreswechsel im "oberen Durchschnitt" gelegen, teilte Feuerwehrsprecher Hendrik Frese am Neujahrstag mit. Die meisten Notrufe gingen zwischen Mitternacht und 1 Uhr ein. Beim Jahreswechsel davor seien es noch insgesamt 1.004 Einsätze mit 242 Bränden gewesen.

Im Vergleich zu vergangenen Jahren habe es diesmal viele Brände gegeben, meist verursacht durch Feuerwerkskörper, die auf Balkonen oder in Wohnungen gelandet waren. Zudem seien 791 Rettungseinsätze gefahren worden, vorwiegend wegen Verletzungen mit Feuerwerkskörpern und Schlägereien.

Ein Mann in Neugraben etwa erlitt den Angaben zufolge Verbrennungen zweiten bis dritten Grades an Hand und Bauch, vermutlich, nachdem er eine Rakete in der Hand gezündet hatte. Im Stadtteil St. Georg rettete die Feuerwehr einen Rollstuhlfahrer aus einem sechsstöckigen Gebäude, in dem kurz nach Mitternacht eine Wohnung brannte. Ein anderer Betroffener flüchtete vor dem Brand auf das Dach und wurde von dort aus in Sicherheit gebracht. Beide erlitten leichte Verletzungen.

Fast zeitgleich kam es nach Angaben der Feuerwehr zu einem großflächigen Brand in einer Dachgeschosswohnung in Wandsbek. Alle Bewohner konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Brandursache ist in beiden Fällen noch ungeklärt.

Brennende Autos

Gegen 0:40 Uhr entdeckten Anwohner an der Louise-Schröder-Straße in Altona einen brennenden Pkw. Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte der 5er BMW in voller Ausdehnung. Auch am Münchhausenweg in Niendorf brannte ein Wagen. Ein Zeuge bemerkte in der Nacht Flammen an einem VW Golf. Gegen 05:41 Uhr alarmierte er die Feuerwehr. Bereits am Vorabend gegen 22:35 Uhr hatte eine Anwohnerin einen brennenden Mercedes C220 gemeldet, der in der Islandstraße in Rahlstedt parkte. Auch hier brannte das Fahrzeug beim Eintreffen der Beamten bereits in voller Ausdehnung. Die Beamten ermitteln nun die jeweiligen Brandursachen.

Feuer an der Langen Reihe - Flaschenwürfe auf Polizisten am Schulterblatt

In der 5. Etage eines Mehrfamilienhauses an der Langen Reihe in in St. Georg brach gegen 00:15 Uhr ein Feuer aus. Die Brandursache ist zur Zeit noch unklar. Zwei Bewohner mussten mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Um 1.40 wurden Polizeibeamte ans Schulterblatt gerufen, weil einem 23-Jährigen das IPhone gestohlen worden war. Während der Anzeigenaufnahme vor Ort wurden die Beamten mit Flaschen beworfen. Der Streifenwagen wurde dadurch auf dem Dach beschädigt. Die Täter (Frau, 17 Jahre und Mann, 22 Jahre) des Diebstahls konnten während der Fahndungsmaßnahmen vorläufig festgenommen werden. Bei der Durchsuchung der Frau fanden die Beamten eine Schreckschusswaffe. Diese wurde sichergestellt. Bei der Durchsuchung des Mannes fanden die Beamten ebenfalls einen Schreckschussrevolver und das gestohlene IPhone. Der 22-Jährige wurde dem Untersuchungsgefängnis Hamburg zugeführt. Die 17-Jährige wurde an ihre Mutter übergeben. Die Flaschenwerfer konnten nicht ermittelt werden.

Zwei Kinder mit Brandverletzungen in der Klinik

Bei einem Kellerbrand in Langenhorn erlitt ein Mann eine schwere Rauchvergiftung. Die häufigste Brandursache seien fehlgeleitete Feuerwerkskörper. "Wir liegen bisher deutlich über den Einsätzen von Vorjahr", sagte Frese.

In Niendorf wurde ein siebenjähriges Kind durch Feuerwerkskörper am Oberschenkel verletzt. Es kam ebenso ins Krankenhaus wie ein siebenjähriges Kind, das in Rahlstedt durch eine Rakete Brandverletzungen am Rücken erlitt.

In den Stadtteilen Farmsen-Berne und Bergedorf flogen in der Nacht fehlgeleitete Feuerwerksraketen durch geöffnete Fenster in Wohnungen und lösten Brände aus.

Häufig sei illegales Feuerwerk an den Verletzungen schuld, sagte der Feuerwehrsprecher. Bei diesem sei die Zündschnur oft zu kurz, dann reiche die Zeit nicht, den Feuerwerkskörper nach dem Zünden rechtzeitig fortzuwerfen.

Fünfjähriger Junge lebensgefährlich verletzt

Einen tragischen Unfall gab es in der Silvesternacht unabhängig von Feuerwerk und Knallkörpern: In Eppendorf wurde ein fünfjähriger Junge von einem Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr war der Junge gegen 1.30 Uhr aus noch unbekannter Ursache auf die Straße gelaufen und dabei von einem fahrenden Auto erfasst worden. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen und mehreren Traumata in eine Spezialklinik gebracht.

Rätselhafter Todesfall in Harburg

Gewaltsam gestorben ist in der Nacht ein 32-jähriger Mann in Harburg. Die Tat habe sich gegen 1 Uhr morgens an der Seehafenbrücke ereignet, teilte die Polizei mit. Der 32-Jährige sei zusammengebrochen, und die Retter seien zunächst von einer Erkrankung ausgegangen. Der Mann sei noch im Rettungswagen gestorben.

Im Krankenhaus habe man dann einen Fremdkörper in seinem Bauch gefunden. "Wie er dahin gekommen ist, weiß man im Moment noch nicht", sagte eine Polizeisprecherin. Es könnte sich um einen Einschuss oder Einstich, aber auch um ein Stück von einem Böller handeln. Unklar sei auch, ob sich der Mann selbst verletzt habe oder es sich um ein Tötungsdelikt handele. Die Ermittlungen seien schwierig, weil die Polizei erst nach dem Fund im Krankenhaus eingeschaltet worden sei. Die Mordkommission ermittelt Rechtsmediziner sollen bei einer Obduktion die genaue Todesursache herausfinden

30 Tonnen Müll nach Silvester-Feuerwerk

Für die Stadtreinigung Hamburg hat das neue Jahr mit einer großen Aufräumaktion begonnen. Knapp 60 Mitarbeiter seien von 3 Uhr an im Einsatz gewesen, teilte die Behörde mit. Sie räumten rund 30 Tonnen Silvestermüll von Straßen und Gehwegen. Mit Besen, Harken und Schaufeln sowie 22 Fahrzeugen machten sie Kehraus an den traditionellen Treffpunkten zum Jahreswechsel wie Landungsbrücken, Reeperbahn, Fischmarkt und Jungfernstieg.

Die Stadtreinigung warnte Autofahrer dennoch vor zurückgelassenen Flaschen und Überresten von Batteriefeuerwerk auf Fahrbahnen. Anwohner sollten Böllermüll möglichst schnell vor ihren Häusern wegräumen. Für Kinder seien nicht explodierte Böller eine Gefahr.

(dpa/dapd/abendblatt.de)
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