01.01.13

Hamburger Silvesterbilanz

Feuerwehr im Dauereinsatz - Ein Toter nach Schüssen

Vergleichsweise viele Brände, drei verletzte Kinder und ein tödlicher Schuss bescherten den Rettungskräften einen unruhigen Jahreswechsel.

Foto: dpa

Die schöne Seite der Silvesternacht: Im Hamburger Hafen feierten Tausende Schaulustige bei organisiertem Feuerwerk ins neue Jahr

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Hamburg. Überdurchschnittlich viele Brände, mehrere Verletzte und auch ein Todesfall: Hamburgs Rettungskräfte sind in der Silvesternacht nach eigenen Angaben gut beschäftigt gewesen. Mit 1076 Feuerwehreinsätzen sei der diesjährige Jahreswechsel im "oberen Durchschnitt" gelegen, teilte Feuerwehrsprecher Hendrik Frese am Neujahrstag mit. Die meisten Notrufe gingen zwischen Mitternacht und 1 Uhr ein. Beim Jahreswechsel davor seien es noch insgesamt 1.004 Einsätze mit 242 Bränden gewesen.

Im Vergleich zu vergangenen Jahren habe es diesmal viele Brände gegeben, meist verursacht durch Feuerwerkskörper, die auf Balkonen oder in Wohnungen gelandet waren. Zudem seien 791 Rettungseinsätze gefahren worden, vorwiegend wegen Verletzungen mit Feuerwerkskörpern und Schlägereien.

Ein Mann in Neugraben etwa erlitt den Angaben zufolge Verbrennungen zweiten bis dritten Grades an Hand und Bauch, vermutlich, nachdem er eine Rakete in der Hand gezündet hatte. Im Stadtteil St. Georg rettete die Feuerwehr einen Rollstuhlfahrer aus einem sechsstöckigen Gebäude, in dem kurz nach Mitternacht eine Wohnung brannte. Ein anderer Betroffener flüchtete vor dem Brand auf das Dach und wurde von dort aus in Sicherheit gebracht. Beide erlitten leichte Verletzungen.

Fast zeitgleich kam es nach Angaben der Feuerwehr zu einem großflächigen Brand in einer Dachgeschosswohnung in Wandsbek. Alle Bewohner konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Brandursache ist in beiden Fällen noch ungeklärt.

Zwei Kinder mit Brandverletzungen in der Klinik

Bei einem Kellerbrand in Langenhorn erlitt ein Mann eine schwere Rauchvergiftung. Die häufigste Brandursache seien fehlgeleitete Feuerwerkskörper. "Wir liegen bisher deutlich über den Einsätzen von Vorjahr", sagte Frese.

In Niendorf wurde ein siebenjähriges Kind durch Feuerwerkskörper am Oberschenkel verletzt. Es kam ebenso ins Krankenhaus wie ein siebenjähriges Kind, das in Rahlstedt durch eine Rakete Brandverletzungen am Rücken erlitt.

In den Stadtteilen Farmsen-Berne und Bergedorf flogen in der Nacht fehlgeleitete Feuerwerksraketen durch geöffnete Fenster in Wohnungen und lösten Brände aus.

Häufig sei illegales Feuerwerk an den Verletzungen schuld, sagte der Feuerwehrsprecher. Bei diesem sei die Zündschnur oft zu kurz, dann reiche die Zeit nicht, den Feuerwerkskörper nach dem Zünden rechtzeitig fortzuwerfen.

Fünfjähriger Junge lebensgefährlich verletzt

Einen tragischen Unfall gab es in der Silvesternacht unabhängig von Feuerwerk und Knallkörpern: In Eppendorf wurde ein fünfjähriger Junge von einem Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr war der Junge gegen 1.30 Uhr aus noch unbekannter Ursache auf die Straße gelaufen und dabei von einem fahrenden Auto erfasst worden. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen und mehreren Traumata in eine Spezialklinik gebracht.

Mann durch Schüsse tödlich verletzt

Gewaltsam gestorben ist in der Nacht ein Mann in Harburg. Der 32-Jährige war angeschossen worden und erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen. Die Tat habe sich gegen 1 Uhr morgens ereignet, teilte die Polizei mit. Ob der Mann möglicherweise von einer Rakete getroffen wurde, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Auch zur Identität des Opfers gab es keine weiteren Angaben. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

30 Tonnen Müll nach Silvester-Feuerwerk

Für die Stadtreinigung Hamburg hat das neue Jahr mit einer großen Aufräumaktion begonnen. Knapp 60 Mitarbeiter seien von 3 Uhr an im Einsatz gewesen, teilte die Behörde mit. Sie räumten rund 30 Tonnen Silvestermüll von Straßen und Gehwegen. Mit Besen, Harken und Schaufeln sowie 22 Fahrzeugen machten sie Kehraus an den traditionellen Treffpunkten zum Jahreswechsel wie Landungsbrücken, Reeperbahn, Fischmarkt und Jungfernstieg.

Die Stadtreinigung warnte Autofahrer dennoch vor zurückgelassenen Flaschen und Überresten von Batteriefeuerwerk auf Fahrbahnen. Anwohner sollten Böllermüll möglichst schnell vor ihren Häusern wegräumen. Für Kinder seien nicht explodierte Böller eine Gefahr.

(dpa/dapd/abendblatt.de)
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