Umzug Künftig katholische Gottesdienste in der Krypta des Michel

Foto: Andr Zand Vakili

Die evangelische Hauptkirche übernimmt ab dem 6. Januar die Gottesdienste der benachbarten St.-Ansgar-Kirche, die wegen Bauarbeiten geschlossen ist.

Hamburg. In der Krypta der evangelischen Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg werden künftig katholische Gottesdienste gefeiert. Die benachbarte katholische St. Ansgar-Gemeinde ("Kleiner Michel") ist wegen umfangreicher Bauarbeiten geschlossen. "Ein schönes Zeichen der Verbundenheit", sagte Pater Martin Löwenstein. Auftakt ist am 6. Januar (11.30 Uhr) mit einem Festgottesdienst mit dem Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor. Im Spätsommer soll die Wiedereröffnung von St. Ansgar gefeiert werden.

Seit 1. Oktober 2012 wird bereits im "Kleinen Michel" gebaut. Als Gottesdienstraum diente ein Container. Ziel der Sanierung ist es, den ursprünglichen Raum von 1955 wieder zur Geltung zu bringen. Eine neue Beleuchtung soll die Raumwirkung unterstützen. "Back to the roots", nennt Pater Löwenstein das Konzept. Der Kirchenraum solle ruhiger werden, um ihn als einen Ort des Gebetes und der Erfahrung des Heiligen zu entdecken. Dazu wird auch der Altarraum geöffnet und abgesenkt. Kirchenbänke und Fenster werden überarbeitet. Außerdem erhält die Kirche eine Fußbodenheizung.

Bis zur Wiedereröffnung wird der Sonntagsgottesdienst in der Michel-Krypta gefeiert. Lediglich am 9. Juni während des Motorrad-Gottesdienstes am Michel wird sich die Gemeinde einen anderen Raum suchen.

Der "Kleine Michel" war zunächst eine Vorläuferkirche zur Hauptkirche St. Michaelis und wurde in der Hamburger Franzosenzeit Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer römisch-katholischen Kirche geweiht. Nach der Bombardierung im 2. Weltkrieg wurde sie mit französischer Hilfe wieder aufgebaut und 1955 erneut geweiht.