27.12.12

Goetheplatz

Bezirk Altona überstimmt Hamburgs Oberbaudirektor

Der Bezirk Altona plant am Goetheplatz gegen den Widerstand des obersten Stadtplaners 65 neue Mietwohnungen und Geschäfte.

Von Axel Tiedemann
Foto: Michael Zimmermann und Co. GmbH
So soll das künftige Nachbargebäude von Ikea nach dem Willen des Bezirks Altona aussehen
So soll das künftige Nachbargebäude von Ikea nach dem Willen des Bezirks Altona aussehen

Hamburg. Wenige Tage nach der Grundsteinlegung für das neue Ikea-Möbelhaus in Altona steht ein weiteres Großprojekt an der Großen Bergstraße vor der Realisierung. Der Antrag für die Bebauung der sogenannten Bergspitze soll nach Informationen aus der Bezirkspolitik jetzt bei den Behörden eingegangen sein. Zugleich segnete ein Ausschuss der Bezirksversammlung auch weitgehend die künftige Gestaltung des Platzes zwischen Ikea und der geplanten Bergspitze ab, wie das Bezirksamt Altona bestätigte. Der Platz wird inoffiziell als Goetheplatz bezeichnet, weil dort die Goethestraße in Schnittpunkt zwischen Neuer und Großer Bergstraße einmündet. Geplant ist hier nun ein neues Pflaster mit hellen Granitsteinen in der Mitte und dunkelroten Klinkern drum herum, mit neun eng gepflanzten Bäumen in der Platzmitte sowie Fahrradständern und zwei großen Straßenlampen. Die Gestaltung erinnert an den beliebten Spritzenplatz in Ottensen und wurde laut Behörden auch durch Bürgerwünsche beeinflusst.

Dominiert wird die Bebauung an der Großen Bergstraße aber noch durch 70er-Jahre-Bauten und eine breite Schneise, wo ursprünglich einmal eine U-Bahn gebaut werden sollte. Jahrelang investierten Grundeigentümer kaum noch in diesen Teil Altonas, der vor dem Zweiten Weltkrieg, in dem hier vieles zerstört wurde, einmal das Zentrum des Bezirks gewesen war. Doch mit den Plänen für das weltweit erste Ikea-Kaufhaus in einer Fußgängerzone erhofft man sich offensichtlich eine Belebung der Geschäftsstraße, die in den vergangenen Jahren auch durch die Schließung vieler größerer Läden geprägt war.

Gegenüber der Ikea-Baustelle steht an der "Bergspitze" noch der zweigeschossige Flachbau eines Einzelhandelsgeschäfts mit dem Namen Preis-Oase. Hier plant das Unternehmen Bruhn-Immobilien ein neues, siebenstöckiges Wohn- und Geschäftshaus, das weit in den Platz hineinragt. 65 Mietwohnungen sind dort vorgesehen, außerdem Geschäfte im Erdgeschoss. Ein Drittel der Wohnungen sollen als subventionierte Sozialwohnungen entstehen. "Ich hoffe, dass der Bauantrag nun zügig bearbeitet wird und das Haus parallel mit Ikea 2014 fertig ist", sagt der Altonaer Stadtplanungspolitiker Mark Classen (SPD).

Rund 500 Quadratmeter des bisher öffentlichen Grundes werden dabei allerdings bebaut, etwa 18 Meter nimmt das neue Gebäude von dem bisherigen Platz ein und noch einmal etwa sechs Meter von der Straße. Eine Planung, der lange Verhandlungen zwischen Bezirk und Investoren vorausgegangen waren. Grund dafür ist ein alter Bebauungsplan, der Neubauten zulassen würde, die noch mehr Straßenraum beanspruchen. Allerdings machte in den vergangenen Jahren kein Investor von dieser Möglichkeit Gebrauch. Inzwischen aber haben sich die Pläne des Bezirks geändert, man will den Straßenzug und den Platz auch als Fläche für den etablierten Wochenmarkt erhalten. Doch die Kompromisslösung dafür stieß auf heftige Proteste von Initiativen, die sich auch gegen die Ikea-Pläne richten. Etliche Protestmails erreichten schließlich Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter, der sich in den Streit einschaltete und sogar eigene Skizzen vorlegte, die eine weit geringe Beanspruchung des Platzes vorsahen. Sogar Arkaden soll Walter dort vorgeschlagen haben. Doch er stieß bei der Bezirkspolitik auf Widerstand. Nicht zuletzt, weil er sich einschaltete, als die Bezirkspolitiker und der Investor längst schon zu einem Ergebnis gekommen waren. Eigentlich hat in solchen Gestaltungsfragen an zentralen Ecken der Stadt der Oberbaudirektor das letzte Wort. Doch hier konnte er sich mit seiner Ablehnung des Entwurfs offensichtlich nicht gegen die Bezirkspolitik durchsetzen.

Die eigens einberufene Senatskommission überließ die Entscheidung wieder dem Bezirk. Das glich quasi einer kleinen Entmachtung des obersten Stadtplaners zugunsten eines Bezirks. "Ein bisher einmaliger Vorgang in Hamburg", wie SPD-Politiker Classen sagt.

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