27.11.12

Flüchtlingspolitik

Hamburg stellt neue Container für Flüchtlinge auf

Nach Anstieg der Asylbewerberzahlen kündigt Sozialsenator mehr Plätze an. In Wandsbek, Harburg und Eimsbüttel wird gesucht.

Foto: dapd
Zeltstadt in Hamburger Erstaufnahmestelle fuer Fluechtlinge waechst weiter
Auf dem Gelände der Anlaufstelle für Flüchtlinge in Groß Borstel stehen Zelte als Notunterkunft

Hamburg. Bis zum Frühjahr 2013 will Hamburg rund 1.000 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge und Obdachlose bereitstellen. Dazu sollen leerstehende Gebäude und freie Flächen für Containerdörfer genutzt werden, kündigte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) am Dienstag an. Bis Ende März sollen dann insgesamt 9.500 Plätze für die öffentliche Unterbringung zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Anfang 2001 waren es noch 20.500 Plätze. Die Kosten für die zusätzlichen Unterkünfte bezifferte Innenstaatsrat Volker Schiek (SPD) auf zehn Millionen Euro.

Vor allem aus Balkanländern wie Serbien, Mazedonien oder Bosnien-Herzegowina kommen derzeit wesentlich mehr Flüchtlinge nach Deutschland als geplant. Wurde im August noch mit bundesweit 50.000 Flüchtlingen bis Jahresende 2012 gerechnet, so sollen es aktuell rund 70.000 Flüchtlingen werden. Derzeit leben in Hamburg 8.400 Flüchtlinge und Wohnungslose in 53 Einrichtungen. Eine Unterkunft in Zelten solle die Ausnahme bleiben, sagte Staatrat Schiek.

Nach Angaben der Sozialbehörde stehen 300 Plätze auf dem Roma-Platz an der Autobahnauffahrt Volkspark bereit. In Moorfleet wird die ehemalige Schule Sandwisch und in Lokstedt der ehemalige Recyclinghof Offakamp genutzt. Auch in Alsterdorf (Sportallee) und auf der Veddel (Hafenbahn) werden weitere Unterkünfte eingerichtet. In den Bezirken Harburg, Eimsbüttel und Wandsbek müssen noch Standorte gefunden werden. Er wünsche sich ein Klima für gemeinschaftliche Lösungen, sagte Senator Scheele. Für die Unterbringung sollten die Hamburger solidarisch zusammenstehen.

Das Straßenmagazin "Hinz&Kunzt" begrüßt die Pläne des Senats. Das Team biete Vermittlung bei möglichen Nachbarschaftskonflikten an, sagte Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer. Es habe sich aber gezeigt, dass gute Unterkünfte keine Belastung für die Umgebung seien.

Neue Jugendberufsagentur für Arbeit in Hamburg
Foto: dpa Hamburgs Sozialsenator Detlef Scheele (SPD)
epd
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