27.11.12

Hamburger Verkehrsverbund

U-Bahn voll wie nie - ab Dezember mehr Züge

In diesem Jahr werden mehr als 700 Millionen Fahrgäste erwartet. Hochbahn verspricht Entlastung für die Linie U 1. Probleme weiter bei S 3.

Von Nico Binde, Ulrich Gaßdorf
Foto: Michael Rauhe
Der überfüllte U-2-Bahnsteig am Jungfernstieg
Das gewohnte Bild zur Hauptverkehrszeit: der überfüllte U-2-Bahnsteig am Jungfernstieg. An einem der wichtigen Verkehrsknotenpunkte der Stadt kreuzen sich U- und S-Bahn

Hamburg. Es wird eng in Bussen und Bahnen: Noch nie sind so viele Hamburger auf den öffentlichen Nahverkehr umgestiegen. Erstmals in der Geschichte des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) werden in diesem Jahr mehr als 700 Millionen Fahrgäste erwartet. Die Prognose des HVV geht von 717 Millionen Kunden aus - das sind 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Vor allem in den Stoßzeiten am Morgen und am späten Nachmittag sind Busse und Waggons oft so überfüllt, dass viele Fahrgäste keinen Platz mehr finden.

Jetzt reagiert die Hochbahn. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember soll es eine spürbare Entspannung geben. "Auf der U 1 werden in Richtung Innenstadt zu den Hauptverkehrszeiten Verstärkerzüge eingesetzt", sagte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Es werde überlegt, ältere Züge erst später auszurangieren als bisher geplant. Die neue Linie U 4, die vom 29. November an kostenlose Schnupperfahrten zwischen dem Jungfernstieg und der HafenCity anbietet, soll für Entlastung sorgen, sie verkehrt künftig auch vom Jungfernstieg Richtung Billstedt parallel zur bestehenden Linie U 2. Die Metrobuslinie 3 ersetzt auf dem Abschnitt zwischen Mönckebergstraße und Kraftwerk Tiefstack die Linie 114. Dort eingesetzte 18 Meter lange Gelenkbusse können mehr Menschen als bisher befördern. Die Kosten für die Leistungsverbesserung bezifferte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) auf acht Millionen Euro.

Kapazitätsprobleme gibt es auch bei den S-Bahnen, vor allem bei der S 3, die zwischen Pinneberg und Stade verkehrt und zu den Hauptverkehrszeiten häufig überfüllt ist. "Hier müssen Lösungen gefunden werden", sagte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof dem Abendblatt. Die S-Bahn habe zurzeit mit 164 Zügen zu wenig Reservefahrzeuge: "Es kommt zu Zugausfällen, weil Fahrzeuge fehlen", sagte Rieckhof.

Bislang hatte die Stadt kalkuliert, dass acht zusätzliche Züge benötigt werden, doch dies wird nicht mehr ausreichen. Die Stadt hat mehrere Optionen, um eine Ausweitung des Angebots durchzusetzen. Der bisherige Vertrag mit der S-Bahn Hamburg, einem Unternehmen der Deutschen Bahn AG, läuft noch bis zum Jahr 2018. Doch schon jetzt soll ein neuer bis zum Jahr 2033 geschlossen werden. Nach Abendblatt-Informationen hat sich wieder nur die S-Bahn für das Hamburger Streckennetz beworben. Staatsrat Rieckhof wollte dies nicht kommentieren, sagte nur: "In der nächsten Woche erwarten wir das Angebot der Bieter. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen."

Es gibt auch eine Alternative: Die Hochbahn hat im Auftrag der Stadt eine eigene Fahrzeuggesellschaft gegründet, die für die Beschaffung und Finanzierung von Schienenfahrzeugen zuständig ist. "Insbesondere für den Einsatz im S-Bahn-Netz", heißt es in einem Schreiben. Sicher ist nur: Es werden mehr Züge benötigt. HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann: "Wir gehen weiterhin von einem deutlichen Fahrgastzuwachs aus." Denkbar, so Hartmann, sei künftig sogar ein Zwei-Minuten-Takt bei U- und S-Bahnen.

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