22.11.12

Verbraucherschutz

"Kunden können Strompreiserhöhung anfechten"

Laut Verbraucherzentrale Hamburg wurden Kunden zu spät über die Preissteigerung 2013 informiert. Stromanbieter Vattenfall widerspricht.

Von Nathalie Schnabel
Foto: dapd
Pressegespraech Vattenfall GmbH zur Erhoehung der Strompreise
Ein Stromzähler zeigt den Energieverbrauch

Hamburg. Der Stromanbieter Vattenfall hat sich laut der Verbraucherzentrale Hamburg eine Panne bei der bevorstehenden Preiserhöhung geleistet. So soll das Unternehmen seine Kunden nicht fristgerecht über die Tarifänderung zum Januar 2013 informiert haben, eine Erhöhung zum Jahresbeginn sei daher anfechtbar. Viele Kunden erhielten laut Verbraucherschutzzentrale erst am 21.11.2012 zu nächtlicher Stunde eine E-Mail, die einen Brief über die Preiserhöhung ankündigte. Vorgeschrieben ist aber eine sechswöchige Frist vor der Erhöhung: Spätestens dann müssen die Versorger ihre Kunden über die Tarifänderung informieren, damit sie wirksam werden kann. Bei einer Preiserhöhung zum 01.01.2013 wäre damit der 20. November 2012 der letzte fristgerechte Termin für die Mitteilung per Post gewesen, so die Auffassung der Verbraucherzentrale.

Aus Sicht von Vattenfall ist die Erhöhung sehr wohl zum 1. Januar wirksam. Man habe die Kunden form- und fristgerecht informiert, hieß es von Unternehmenssprecher Stefan Kleimeier. "Am 19. November sind die Briefe an die Kunden herausgegangen", so Kleimeier. "Aus unserer Sicht ist das die gesetzliche Anforderung." Außerdem habe man die Tagespresse fristgerecht informiert. Offensichtlich gebe es eine unterschiedliche Rechtsauffassung, erklärt sich Kleimeier den Vorwurf der Verbraucherschutzzentrale.

"Es kommt eindeutig auf den Zugang an", erklärt dagegen Verbraucherschutz-Experte Günter Hörmann. Nicht das Absendedatum sei entscheidend, sondern das Empfangsdatum. Und dort sei eindeutig der 20.11.2012 der letzte fristgerechte Tag für die Mitteilung per Post gewesen.

Bis zum Donnerstagnachmittag hatten sich bereits Kunden "im hohen zweistelligen Bereich" bei der Verbraucherschutzzentrale gemeldet. "Ich gehe aber davon aus, dass das erst die Spitze des Eisberges ist", so Hörmann. Er rät betroffenen Kunden, sich an Vattenfall zu wenden und das Fristversäumnis mitzuteilen. Dann könne man auf den alten Preis bestehen. Vattenfall könne dann erneut eine Mitteilung zur Preiserhöhung für den kommenden Monat senden oder aber dem Fristversäumnis widersprechen.

"Wir sind von der fristgerechten Bekanntmachung der Preiserhöhung überzeugt und werden das auch dem Kunden gegenüber vertreten", äußerte sich Kleimeier zu einer möglichen Auseinandersetzung mit den Kunden.

Eine andere Möglichkeit für den Verbraucher ist laut Verbraucher-Experte Hörmann, den Stromanbieter zu wechseln. Allerdings haben auch andere Stromanbieter wie RWE, Eon und Hamburg Energie bereits Tariferhöhungen bekannt gegeben. Für Kunden lohnt es sich daher, die Preise genau zu vergleichen. Vattenfall verteuert seine Energie in Hamburg zum Jahreswechsel um im Schnitt 12,9 Prozent. Die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) steigen in jedem der drei angebotenen Tarife um 3,47 Cent. Kunden in der Hamburger Grundversorgung mit einem Verbrauch von 2500 kWh im Jahr bezahlen dann 7,23 Euro mehr im Monat oder knapp 87 Euro im Jahr.

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