19.11.12

Senioren

In Hamburg fehlen bis 2030 rund 6500 Altenpflegekräfte

Zwar steht die Hansestadt im Versorgungsvergleich gut da, doch die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den nächsten Jahren stark steigen.

Foto: dpa
Pflegeheim
Eine alte Dame in einem Seniorenzentrum in Hamburg hält sich am Griff ihres Bettes fest

Hamburg. Auch auf Hamburg kommt nach einer neuen Studie ein Mangel an Betreuungskräften für Pflegebedürftige zu – im bundesweiten Vergleich steht die Hansestadt allerdings gut da. "Hamburg ist neben Bremen am besten aufgestellt", sagte ein Sprecher der Bertelsmann Stiftung am Montag. Bis 2030 könnten in Hamburg dem Pflegereport der Stiftung zufolge 6426 Vollzeit-Pflegekräfte fehlen.

Die Personallücke – wie viel Personal braucht man, um die Pflege etwa auf dem derzeitigen Niveau halten zu können? – liege damit bei gut 43 Prozent, erklärte der Sprecher. Zum Vergleich: Bundesweit könnte die Lücke bis 2030 auf fast 80 Prozent steigen.

Für Deutschland geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um fast die Hälfte auf knapp dreieinhalb Millionen steigen wird. Für Hamburg wird zwischen 2009 und 2030 ein Anstieg um 32 Prozent vorhergesagt. "Grundsätzlich müssen Strukturen angepasst und entwickelt werden", erklärte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). "Jedem muss klar werden, dass künftig mehr in den Bereich Vorsorge und Pflege investiert werden muss."

Es gebe einen Mangel an ausgebildeten Pflegekräften, betonte Prüfer-Storcks. "Deshalb müssen wir mehr Menschen für Pflegeberufe gewinnen und entsprechende Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen." Dafür solle in Hamburg etwa eine Ausbildungsumlage in der Altenpflege eingeführt werden. "Das größte Potenzial liegt aber bei denen, die schon ausgebildet sind. Hier müssen die Arbeitgeber alles tun, um diese Kräfte im Beruf zu halten oder wieder in den Beruf zu bringen."

Dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Hamburg nach der Untersuchung weniger deutlich steigen wird als anderswo, führt Prüfer-Storcks unter anderem darauf zurück, dass die Hansestadt für Zuwanderer aus dem In- und Ausland attraktiv sei. "Trotz niedriger Geburtenraten werden sich deshalb demografische Veränderungen hier vermutlich langsamer vollziehen als anderswo. Aber auch in Hamburg wird sich die Zahl älterer Menschen und die Zahl der Menschen mit Hilfe und Pflegebedarf vergrößern.

dpa
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