16.11.12

Musical in Hamburg

Premiere für "Rocky" - Stallone von Erfolg überzeugt

Die Werbung mit Sylvester Stallone läuft auf Hochtouren. Am Sonntag feiert der boxende Filmheld als Musical in Hamburg Weltpremiere.

Foto: dapd

Das Musical "Rocky" feiert am kommenden Sonntag Weltpremiere im Hamburger Operettenhaus

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Hamburg. Schauspieler Sylvester Stallone hat keinen Zweifel am Erfolg des in Hamburg startenden Musicals "Rocky". "Das wird fantastisch", sagte das Rocky-Original am Freitag in der Hansestadt. An diesem Sonntag soll "Rocky – Fight From The Heart" im Hamburger Operettenhaus Weltpremiere feiern. Das Kunstblut steht schon bereit, die nachgebildeten Rinderhälften für die Trainingsszene im Schlachthof sind präpariert und 36 Darsteller warten auf ihren Einsatz.

Rocky, der berühmteste Boxer der Filmgeschichte, steigt wieder in den Ring. Seit knapp einem Jahr rührt der Konzern Stage Entertainment mit seinen prominenten Co-Produzenten – Ur-Rocky Sylvester Stallone sowie die Box-Brüder Wladimir und Vitali Klitschko - die Werbetrommel für die neue Show.

Die musikalische Inszenierung biete den Vorteil, die innere Stimme der Protagonisten hören zu können, erklärte Hollywood-Star Stallone, der die Figur des Rocky Balboa für den ersten Film aus dem Jahre 1976 selbst kreierte und mit dem Überraschungserfolg drei Oscars holte. Er hatte kürzlich mit der Musical-Crew beim Kampf Wladimir Klitschkos gegen Mariusz Wach für eine gewaltige Rocky-Werbeshow vor Millionen TV-Zuschauern gesorgt. Auch bei der Premiere soll der 66-Jährige als Stargast über den roten Teppich gehen. Zuvor aber lud Stage Entertainment noch einmal für Freitag zur Pressekonferenz mit dem Schauspieler und dem Regisseur Alex Timbers.

Schwergewichtsboxer Joe Frazier haute Stallone bei Filmvorbereitungen zu "Rocky" um

Dabei verriet Hollywoodstar Stallone, dass er auch in der Realität schon mal von einem Schwergewichtsboxer umgehauen worden ist. "Auf Rocky III wollte ich mich mit einem richtigen Kämpfer vorbereiten, ich wollte Joe Frazier", sagte Stallone. "Bumm! Nach sechs Sekunden im Ring hatte ich eine Wunde, die mit vier Stichen genäht werden musste", erinnerte sich der heute 66-Jährige an die 80er Jahre. Der Schauspieler fragte Frazier, warum er das getan habe. Die Antwort des Ex-Schwergewichtsweltmeisters: "Ich habe im Ring nur Rocky gesehen."

Die Erwartungen an das Musical, für das ein Budget von 15 Millionen Dollar (etwa 11,7 Millionen Euro) zur Verfügung stand, sind groß. Es sei schließlich das erste Mal, dass ein großer, internationaler Musicalstoff von Deutschland aus in die Welt gehe, betont der Marktführer, "noch vor dem New Yorker Broadway oder dem Londoner West End". Stallone stört das nicht. "Die Geschichte passt nach Hamburg. Hamburg ist eine "Rocky"-Stadt", sagte er schon bei der ersten Vorstellung des Projekts. Und Deutschlands Musical-Metropole darf sich die Hansestadt ohnehin nennen. Stage Entertainment zeigt hier noch "Tarzan" sowie "Der König der Löwen" und errichtet ein weiteres Haus. Ein fünftes Musical-Theater plant die Firma "Mehr! Entertainment".

"Ich wollte immer ein Musical machen, aber ich habe nicht gedacht, dass es nochmal klappen würde", hatte Stallone erklärt. Für Regisseur Timbers ist die Rocky-Geschichte aus zwei Gründen wie gemacht für ein Musical: Es biete eine "innige Liebesgeschichte" und das "heldenhafte Spektakel des Boxkampfes". Das Stück basiert auf dem ersten der insgesamt sechs Boxer-Dramen. Darin verliebt sich Underdog Rocky in die schüchterne Adrian und tritt zum Kampf gegen Apollo Creed an. Musikalisch gibt es auch einen Ausflug zu "Rocky III", dessen Titelsong "Eye Of The Tiger" der Band Survivor zum Hit wurde.

Der Kultfilm als Musical, Rocky und Apollo singend und tanzend? "Man hat schon gemerkt, dass am Anfang eine gewisse Skepsis da war", berichtet Britta Englisch, Sprecherin bei Stage Entertainment. "Doch damit hatten wir auch gerechnet, weil man sich eben noch nicht viel darunter vorstellen konnte." Je mehr aus dem neuen Stück aber zu hören und zu sehen gewesen sei, desto größer sei die Nachfrage nach Tickets gewesen. Jetzt gebe es für die Vorstellungen bis Ende des Jahres nur noch Restkarten.

50 Stunden trainierte Rocky-Darsteller Drew Sarich allein mit seinem Personal Trainer, um für die Rolle in Form zu kommen. 60 Minuten dauert es in der Maske, bis er sich in den Boxer verwandelt hat. Wie es ihm gelingt, das Herz von Adrian (Wietske van Tongeren) zu erobern, wollen sich am Sonntag Premierengäste wie TV-Moderator Jörg Pilawa, Rockmusiker Udo Lindenberg und Filmregisseur Sönke Wortmann anschauen.

Mit Material von dpa und dapd
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