Cuneo-Prozess in Hamburg Hohe Haftstrafen für Angeklagte gefordert

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Inhaber eines Traditionslokals war an seinem Wohnhaus überfallen worden. Täter drohten unter anderem, ihm den Finger abzuschneiden.

Hamburg. Im Prozess um den Überfall auf den bekannten Hamburger Gastronomen Franco Cuneo hat die Staatsanwaltschaft gestern deutliche Haftstrafen gefordert. Der unter anderem wegen schweren Raubes angeklagte mutmaßliche Haupttäter Berkant D., 23, solle acht Jahre ins Gefängnis, forderte der Ankläger. Für den wegen Beihilfe angeklagten Mohammad N., 25, beantragte er viereinhalb Jahre Haft. Es handele sich um einen Fall "absoluter Schwerkriminalität", sagte der Staatsanwalt, es sei "mit großer Kaltblütigkeit" vorgegangen worden.

Franco Cuneo, Inhaber eines Traditionslokals, war am 29. März an seinem Wohnhaus überfallen worden, die Täter fesselten und bedrohten ihn und seine Frau und drohten unter anderem, ihm den Finger abzuschneiden, wenn er nicht mindestens 60.000 Euro zahle. Als der Gastronom ihnen aus Angst Geld anbot, das er in den nächsten Tagen auftreiben werde, ließen die Täter von ihren Opfern ab. Später wurde die Familie erpresst und aufgefordert, nunmehr 22.500 Euro zu zahlen. Beim Versuch der Geldübergabe wurden die Angeklagten gefasst. Er habe sich damals "vollkommen ausgeliefert gefühlt", hatte Cuneo als Zeuge gesagt. Sein Leben sei aus den Fugen geraten.