Reise Streik in Spanien: Auch Flüge ab Hamburg gestrichen

Foto: Roland Magunia

Lufthansa, Air Berlin und Condor kündigten Annullierungen oder erhebliche Verspätungen bei ihren Verbindungen in den Süden an.

Hamburg. Der Generalstreik in Spanien am Mittwoch trifft auch Fluggäste, die von Hamburg aus in den Urlaub starten wollen. Die Fluggesellschaften ließen im Vorfeld bereits mehrere Flüge mit Destinationen in Spanien annullieren oder kündigten Verspätungen teils um unbestimmte Zeit an. So stellt die Lufthansa am morgigen Mittwoch die Verbindung von Hamburg nach Madrid ein, Air Berlin kündigte eine Verspätung von rund acht Stunden für einen Flug nach Malaga an und Condor rechnet ebenfalls mit einer erheblichen Verspätung nach Teneriffa.

Mallorca-Reisende, deren Flüge ab Hamburg von Air Berlin durchgeführt werden, seien von den Streiks nicht betroffen. "Wir rechnen damit, die Abflüge nach Palma planmäßig durchführen zu können", teilte Sprecherin Jana Andresen am Dienstag mit. Sie rät Fluggästen jedoch, sich kurz vor dem Flug auf der Webseite über den aktuellen Stand zu informieren. Generell gelte: "Passagiere sollten sich am Mittwoch auf Unregelmäßigkeiten einstellen".

Beim Reiseveranstalter TUI gebe es zurzeit noch keine Pläne, Verbindungen komplett zu streichen, sagte Sprecherin Anja Braun. Auf bundesweit 159 Flügen von und nach Spanien und Portugal sind am Mittwoch TUI-Kunden gebucht. Das Gros der Urlauber fliegt mit der eigenen Airline des Veranstalters – insbesondere zu Zielen auf den Kanarischen Inseln, aber auch nach Mallorca. Ab Hamburg sollen die TuiFly-Flüge wie geplant abheben, Verspätungen seien dennoch möglich. "Wichtige Dinge sollten Passagiere unbedingt im Handgepäck verstauen, da mit längeren Wartezeiten gerechnet werden muss", sagte Braun.

Die Fluggesellschaften bieten betroffenen Passagieren eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung über ihre Service Center an. Reiserechtlich haben Kunden nach einem annullierten Flug Anspruch auf einen Platz in der nächsten infrage kommenden Maschine. Darauf weist der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover hin. Ein Recht auf die Entschädigungszahlung nach EU-Fluggastrechteverordnung haben die Betroffenen aber nicht: Ein Streik gelte generell als höhere Gewalt, darauf könne sich die Fluggesellschaft in der Regel berufen, erläutert Degott.

Wer wegen des annullierten Flugs sein Hotel nicht erreicht und entsprechend dort nicht übernachten kann, muss gut verhandeln: Generell ergibt sich aus dem Streik kein Recht für den Kunden, das Hotel kostenlos zu stornieren. Bei Pauschalurlauben sieht es anders aus: Kann der Kunde die Reise wegen der Annullierung nicht rechtzeitig antreten, hat er Anspruch auf eine Minderung des Reisepreises gegenüber dem Veranstalter. Sind mehr als 40 bis 50 Prozent der gesamten Reise beeinträchtigt, kann er von dem bereits gebuchten Urlaub sogar kostenlos zurücktreten.