13.11.12

Flugverbindungen

Generalstreik in Spanien und Portugal trifft Urlauber

Wenn in Spanien am Mittwoch gestreikt wird, könnte es schon schwierig werden, dort überhaupt hinzukommen. Lufthansa streicht etliche Flüge.

Foto: pa/bild presseha/bild pressehaus
Streik am Frankfurter Flughafen
Die Streiks in Spanien und Portugal können für Urlauber zu gravierenden Einschränkungen im Luftverkehr führen

Berlin. Der Generalstreik in Spanien und Portugal am Mittwoch trifft auch deutsche Urlauber. Sie müssen mit geänderten Flugzeiten und Annullierungen rechnen. So streicht Lufthansa insgesamt 18 Verbindungen von und nach Spanien. Dabei handelt es sich um Flüge zwischen Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin oder München und Madrid, Barcelona, Bilbao oder Valencia. Darauf weist eine Sprecherin der Lufthansa hin. Passagiere auf den betroffenen Flügen können kostenlos umbuchen oder stornieren.

Verbindungen zwischen Deutschland und Portugal seien bislang nicht betroffen, so die Lufthansa-Sprecherin. Sie rät Kunden jedoch, sich kurz vor dem Flug auf der Webseite über den aktuellen Stand zu informieren. Generell gelte: "Passagiere sollten sich am Mittwoch auf Unregelmäßigkeiten einstellen".

Auch bei den größten deutschen Reiseveranstaltern sind Flüge vom Streik betroffen. Bei Tui gebe es zurzeit noch keine Pläne, Verbindungen komplett zu streichen – allerdings müsse der Veranstalter einige Flüge zusammenlegen, sagt die Tui-Sprecherin Anja Braun. Auf insgesamt 159 Flügen von und nach Spanien und Portugal sind am Mittwoch Tui-Kunden gebucht. Das Gros der Urlauber fliegt mit der eigenen Airline des Veranstalters – insbesondere zu Zielen auf den Kanarischen Inseln, aber auch nach Mallorca und nach Faro im Süden Portugals.

Drei Flüge nach Faro legt TuiFly am Mittwoch zusammen. Alle Passagiere auf den Flügen von Düsseldorf, Hannover und Frankfurt reisen nun gemeinsam ab Frankfurt. "Die Gäste werden von Tui nach Frankfurt gebracht", so Braun. Die TuiFly-Flüge nach Spanien sollen wie geplant abheben – Verzögerungen seien aber wahrscheinlich.

Die Urlauber auf den Kreuzfahrtschiffen von Tui haben Glück: Sie sind momentan auf Routen nach Dubai und in die Karibik unterwegs und deshalb nicht vom Streik betroffen. Darauf weist Friederike Grönemeyer von Tui Cruises in Hamburg hin.

Bei Thomas Cook seien rund 1500 Gäste vom Streik betroffen. "Wir richten uns jetzt danach, was die Airlines machen", sagt Nina Kreke, Sprecherin des Veranstalters. Air Berlin zum Beispiel werde Flüge vorverlegen. Falls den Gästen das neue Abreisedatum nicht passt, können sie umbuchen.

Reiserechtlich haben Kunden nach einem annullierten Flug Anspruch auf einen Platz in der nächsten infrage kommenden Maschine. Darauf weist der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover hin. Ein Recht auf die Entschädigungszahlung nach EU-Fluggastrechteverordnung haben die Betroffenen aber nicht: Ein Streik gelte generell als höhere Gewalt, darauf könne sich die Fluggesellschaft in der Regel berufen, erläutert Degott.

Wer wegen des annullierten Flugs sein Hotel nicht erreicht und entsprechend dort nicht übernachten kann, muss gut verhandeln: Generell ergibt sich aus dem Streik kein Recht für den Kunden, das Hotel kostenlos zu stornieren. Bei Pauschalurlauben sieht es anders aus: Kann der Kunde die Reise wegen der Annullierung nicht rechtzeitig antreten, hat er Anspruch auf eine Minderung des Reisepreises gegenüber dem Veranstalter. Sind mehr als 40 bis 50 Prozent der gesamten Reise beeinträchtigt, kann er von dem bereits gebuchten Urlaub sogar kostenlos zurücktreten.

Ihre Rechte als Flugpassagier
Ihre Rechte als Flugpassagier
1. Was steht mir zu, wenn sich mein Flug verspätet?
Bei mindestens zwei Stunden Wartezeit auf einen Kurzstreckenflug haben Sie Anspruch auf Erfrischungen und eventuell Mahlzeiten. Bei Mittelstreckenflügen gilt das erst nach drei Stunden, bei Langstrecken nach vier Stunden. Meist werden dafür Gutscheine ausgegeben, die in den Flughafengeschäften eingelöst werden können. Die Fluggesellschaft muss Ihnen auch Telefonate ermöglichen und unter Umständen ein Hotel bezahlen.
Ist der Flug über fünf Stunden verspätet, haben Sie Anspruch auf Erstattung des Flugpreises. Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben, können Sie ab vier Stunden Verspätung auf eine Reisepreis-Minderung pochen.
2. Komme ich bei verpasstem Anschlussflug automatisch in den nächsten Flieger?
Erreichen Sie Ihren Anschlussflug wegen Verspätung oder gestrichenem Flug nicht rechtzeitig, muss die Airline Sie auf den nächsten Flug umbuchen – allerdings nur, wenn Sie beide Flüge bei der Fluggesellschaft zusammengebucht haben. Bei längeren Wartezeiten haben Sie auch Anspruch auf Verpflegung und ggf. Unterkunft.
Eine pauschale Entschädigung bei verpasstem Anschluss gibt es nicht, für verpasste Nächte im Hotel am Ankunftsort oder für bereits gebuchte Mietwagen hingegen schon.
Wenn Sie allerdings mehrere Einzelflüge etwa von Billigfliegern kombiniert haben, ist das Umsteigen Glückssache. Sie haben jedenfalls keinen Anspruch, von einem verpassten Anschlussflug auf einen späteren Flug umzusteigen.
3. Kann ich umbuchen, wenn ich zu spät am Flughafen bin und nicht mehr mitfliegen kann?
Wenn Sie Ihren Flug verpassen, haben Sie meist Pech gehabt: Die meisten günstigen Tarife der Fluggesellschaften schließen eine Umbuchung weitgehend aus - oder sie wird durch Gebühren teurer als einen neuen Flug zu buchen.
Auch den Flugpreis können Sie nicht zurückfordern, die Gebühren dagegen schon. Gerade bei Billigfliegern machen Flughafen- und Buchungsgebühren usw. oft einen großen Teil des Flugpreises aus.
4. Welche Rechte habe ich, wenn mein Flug gestrichen wird oder überbucht ist?
Wenn Sie aus diesen Gründen nicht wie geplant fliegen können, muss die Fluggesellschaft Sie kostenlos auf einen anderen Flug umbuchen oder Ihnen auf Wunsch den Flugpreis in voller Höhe erstatten. Wie bei Verspätungen stehen Ihnen auch Erfrischungen, Verpflegung, Telefonate und eventuell ein Hotel zu.
Unter Umständen haben Sie zusätzlich Anspruch auf eine Entschädigung: Bei Kurzstreckenflügen sind 250 Euro fällig, bei Mittelstrecken 400 Euro und bei Langstrecken 600 Euro. Die Regelung gilt für alle Flüge von oder zu einem Flughafen in der Europäischen Union.
5. Welche Entschädigung gibt es, wenn mein Gepäck verloren geht?
Die Airlines haften für den entstandenen Schaden mit maximal rund 1170 Euro. Allerdings bekommen Sie nur dann Geld, wenn Sie den Verlust innerhalb einer Frist von sieben Tagen bei der Fluggesellschaft melden und glaubhaft den Wert der verloren gegangenen Sachen nachweisen können, z.B. mit Kaufbelegen. Außerdem steht Ihnen bei Gepäckverlust sofort eine kleine Summe zu, um sich mit den nötigsten Toilettenartikeln zu versorgen.
Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben, müssen Sie das fehlende Gepäck auch dem Reiseveranstalter melden. Für jeden Tag, an dem Sie kein Gepäck haben, können Sie beim Veranstalter außerdem etwa 20 Prozent des Tagespreises als Reisepreisminderung geltend machen.
6. Muss die Fluggesellschaft einen Koffer, der zu spät ankommt, in mein Hotel bringen?
Die Airlines sind nicht dazu verpflichtet, verspätet eingetroffenes Gepäck ins Hotel nachzuliefern. Doch die meisten Fluggesellschaften tun das meist aus Kulanz und auch kostenlos.
7. Wann kann eine Airline sich weigern, Entschädigungen zu zahlen?
Ausnahmen für Entschädigungen gelten bei außergewöhnlichen Umständen. Das kann zum Beispiel schlechtes Wetter sein, durch das Flüge sich verspäten oder ausfallen.
Bei einem Vulkanausbruch geht man allerdings juristisch von höherer Gewalt aus. Die Fluggesellschaft wird nicht als Schuldige gesehen und muss daher keine weiteren Ausgleichszahlungen oder Schadenersatz für annullierte Flüge leisten.
Häufig geben Fluggesellschaften auch technische Probleme als Grund an, die sie als außergewöhnliche Umstände einstufen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs dürfen sie das allerdings nur bei besonderen Gründen tun, etwa bei Sabotage.
8. Muss mich die Fluggesellschaft über meine Rechte aufklären?
Die Airlines müssen Ihnen Informationen über Passagierrechte aushändigen, wenn Sie danach fragen. Kommt es zum Streitfall mit einer Gesellschaft: Wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Mobilität ( www.schlichtungsstelle-mobilitaet.org ).
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