11.11.12

Mordkommission ermittelt

19-Jähriger stellt sich nach Schlägerei am Hauptbahnhof

Das Opfer stürzte nach Streit mit Jugendlichen in die Gleise. Die einfahrende S-Bahn konnte gerade noch bremsen. Täter flüchteten zunächst.

Foto: Michael Arning

Der Mann stürzte bei dem Streit in die Gleise, eine S-Bahn konnte gerade noch bremsen

8 Bilder

Hamburg. Ein 29-jähriger Mann ist nach einer Prügelattacke unmittelbar vor einer einfahrenden S-Bahn auf die Gleise gestürzt. Die Polizei gab jetzt bekannt, dass sich ein 19-Jähriger gestellt habe. Dieser erklärte, dass er an dem Streit beteiligt gewesen war. Er ist nach Angaben der Polizei jedoch nicht der Haupttäter.

Der Zug habe buchstäblich in letzter Sekunde noch bremsen können, teilte die Polizei mit. Nach Angaben des Lokführers berührte die Bahn den Mann noch kurz. Zeugen berichteten, dass der Zug den Mann "kurz geschoben" habe. Die Mordkommission ermittelt wegen versuchter Tötung.

Das Opfer erlitt schwere Verletzungen, unter anderem am Halswirbel. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, musste er notoperiert werden, da sonst die Gefahr einer Querschnittslähmung bestanden hätte.

Nach Ermittlungen der Polizei war es am frühen Sonnabend in der S-Bahn auf der Strecke von der Reeperbahn zum Hauptbahnhof zu einem Streit zwischen dem 29-Jährigen und etwa fünf bis sieben Jugendlichen gekommen. Beim Aussteigen am Hauptbahnhof sei der Streit dann eskaliert. Einer aus der Gruppe habe den 29-Jährigen so hart von hinten gegen den Kopf geschlagen, dass dieser auf die Gleise fiel.

Zeugen beobachteten die Attacke und gaben nach Angaben der Polizei dem Lokführer der einfahrenden S-Bahn Alarmsignale. Dieser hätte den im Gleis liegenden Mann vermutlich nicht sehen können. Der Lokführer leitete daraufhin sofort eine Notbremsung ein.

Die Jugendlichen flüchteten sofort nach der Tat. Eine Suche der Polizei Hamburg und der Bundespolizei brachte zunächst kein Ergebnis. Die Beamten werten nun umfangreiches Videomaterial aus, sowohl aus Sicht der S-Bahn als auch von der Tat auf dem Bahnsteig.

Videoaufzeichnungen von Attacken auf Bahnhöfen und Bahnsteigen hatten bereits mehrfach für Entsetzen gesorgt. So wurde im U-Bahnhof Friedrichstraße in Berlin am Ostersamstag 2011 ein Mann von einem betrunkenen Jugendlichen mit blindwütigen Fußtritten gegen den Kopf traktiert. Der Überfall wurde ebenfalls von Überwachungskameras aufgezeichnet.

(HA/dpa)
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