Nach Gerichtsurteil Hafenarbeiter demonstrieren für Elbvertiefung

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Baustopp sorgt für Streit zwischen Hafenwirtschaft und Umweltverbänden. Heute gehen die Hamburgs Hafenarbeiter auf die Straße.

Hamburg. Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag unter dem Motto "Es ist fünf vor zwölf" die Hamburger Hafenarbeiter zu einer Demonstration für die Elbvertiefung und für die Arbeitsplätze im Hafen aufgerufen. Zu der Kundgebung werden rund 1200 Teilnehmer erwartet. Die Demonstration beginnt um 11.55 Uhr in der Hafencity und führt zum Rathausmarkt, wo um 13.30 Uhr eine Kundgebung geplant ist.

Unterstützt wird die Demonstration von den Parteien SPD, CDU und FDP sowie vom Unternehmensverband Hafen Hamburg. Sie halten die Elbvertiefung für notwendig, damit auch künftig die größten Containerschiffe den Hamburger Hafen erreichen können. In der Hansestadt sind rund 133 000 Arbeitsplätze vom Hafen abhängig, in der Metropolregion 155 000 (Stand 2010). Das entspricht 11,8 Prozent der Erwerbstätigen. Jeder achte Hamburger Arbeitsplatz geht somit auf Aktivitäten rund um den Hafen zurück.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Elbvertiefung vorläufig gestoppt, nachdem die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF gegen das Projekt geklagt hatten. Das Gericht will sich angesichts der komplizierten Materie Zeit nehmen und im Hauptsacheverfahren entscheiden. Damit verschiebt sich der Beginn der Bauarbeiten vermutlich bis ins Jahr 2014. Ursprünglich sollten die Bagger bereits in diesem Jahr anrücken. Die Umweltverbände befürchten Nachteile für Natur und Umwelt, Obstbau, Tourismus und Deichsicherheit.