Wohnen in Hamburg 2500 Menschen bei Mieten-Demo in der City erwartet

Foto: dapd / dapd/DAPD

Am Sonnabend große Protestaktion in der Innenstadt angekündigt. Linke fordert "massenhaft günstige Mietwohnungen".

Hamburg. Der sonnabendliche Einkaufsbummel in der Hamburger City könnte übermorgen, am 10. November, empfindlich gestört sein. Rund 2500 Menschen werden dann zu einer Demonstration für bezahlbaren Wohnraum erwartet.

Unter dem Motto "Schlaflos in Hamburg! Mietenwahnsinn stoppen" fordern die Veranstalter, "die Besetzung von leerstehenden Häusern zu entkriminalisieren und eine gesetzlich festgelegte Mietobergrenze bei allen Neuvermietungen festzulegen".

Die Fraktion die Linke kritisierte am Donnerstag die Wohnungsbaupolitik des Hamburger SPD-Senats: Die Ausrichtung sei falsch, sagte die stadtentwicklungspolitische Sprecherin Heike Sudmann. "Hamburg braucht massenhaft günstige Mietwohnungen und keine teuren frei finanzierten oder Eigentumswohnungen." Die derzeitige Situation sei eine "Schande": Studierende würden in Turnhallen untergebracht, der Senat lasse Zeltlager für Flüchtlinge errichten, Auszubildende wohnten gezwungenermaßen bei ihren Eltern und das Winternotprogramm für Obdachlose reiche nicht aus, hieß es.

Erst vor wenigen Tagen war eine leerstehende Villa in Horn besetzt worden, am Mittwoch gab es eine Protestaktion an den Grindelhochhäusern. Im Vorjahr hatten geschätzt etwa 4000 Menschen in Hamburg an einer Demo gegen "Mietenwahnsinn" teilgenommen, dabei war es vereinzelt zu Ausschreitungen gekommen. Nach einer Studie des IVD Nord, aus der im September erste Ergebnisse bekannt wurden, kann von Wohnungsnot in Hamburg keine Rede sein: Mangel an Angeboten gebe es nur in einzelnen, besonders beliebten Stadtteilen.