12.11.12

Altona

Investor scheitert mit Wohnungsplänen für Bunker

Nach Ablehnung im Bauausschuss zieht Investor Antrag für Bunker in der Schomburgstraße zurück. Vorwürfe gegen SPD und Kulturbehörde.

Von Mira Chopra
Foto: KEBAP e.V.
Hochbunker in der Schomburgstraße in Altona
Hochbunker in der Schomburgstraße in Altona

Hamburg. Wie geht es weiter mit dem Bunker an der Schomburgstraße in Altona? Bislang gab es zwei Bewerber, die um eine Genehmigung für die Umgestaltung des Bunkers konkurrierten. Neben dem Plan des Vereins Kebap, dort ein Heizkraftwerk einzurichten, wollte ein Investor "bezahlbaren Wohnraum für Künstler" an der Schomburgstraße schaffen. Doch Manuel Cadmus hat nun seinen Antrag zurückgezogen. Er ist wütend, wirft einzelnen Politikern vor, Gründe wie "Gentrifizierung" vorzuschieben. Außerdem befürchtet er in einem Brief an Kultursenatorin Barbara Kisseler, der abendblatt.de vorliegt, Zustände, die er mit "Rote Flora II" bezeichnet.

Geplant hatte die Cadmus Kulturstiftung 52 neue Künstler-Atelier-Wohnungen, Sozialwohnungen sowie mehrere hochpreisige Künstler-Ateliers, wofür ein Glasaufbau auf dem Bunkerdach gebaut werden sollte. Der Hamburger Anwalt hatte sich monatelang immer wieder beim zuständigen Bauprüfer darüber informiert, ob seine Pläne genehmigungsfähig sind. "Der Bauprüfer hat uns gesagt, dass alle rechtlichen Vorgaben für eine Baugenehmigung erfüllt sind", sagt er. Das bestätigt man auch beim Bezirksamt Altona. "Nach Einschätzung des Bezirksamtes wäre der Antrag nach geltendem Planrecht genehmigungsfähig gewesen", sagt Kerstin Godenschwege, Sprecherin des Bezirksamts Altona.

Dennoch stimmten SPD, Grüne und der Linkspartei im Bau- und Stadtplanungsausschuss gegen die Pläne. Als Begründung sei immer wieder das Problem der Gentrifizierung genannt worden. Für den Investor ein "vorgeschobenes Argument", er glaubt, dass andere Interessen hinter der Entscheidung stehen. Die CDU hätte beide Vorschläge unterstützt. "Wir fanden das Projekt mit Künstlerwohnungen gut, zumal auch Wohnraum für 6 Euro/qm kalt geplant war", sagt Uwe Szczesny von der CDU Altona.

Bei der SPD kann man die Enttäuschung des Investors teilweise verstehen. "Natürlich ist es ärgerlich, weil er schon Geld für Architekten in die Hand genommen hat. Aber er hätte sich früher mit Politikern in Altona unterhalten sollen und nicht nur die rechtlichen Vorgaben überprüfen", sagt Mark Classen, zweiter stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD Altona. Dem widerspricht der Investor in dem Brief an Senatorin Kisseler. In dem Schreiben wirft der Investor SPD-Politiker Mark Classen vor, dieser habe ihn vor längerer Zeit sogar darin bestärkt, die Pläne weiter zu betreiben.

Die Vorwürfe hält man bei der SPD für nicht gerechtfertigt. "Rein rechtlich war das Vorhaben genehmigungsfähig. Unserer Meinung nach liegt aber ein Nutzungskonflikt mit der Grünfläche am Bunker vor", sagt Classen.

Manuel Cadmus ist mit dieser Begründung nicht einverstanden. Besonders das Argument der Gentrifizierung sei für ihn völlig unverständlich. "Wir wollten bezahlbaren Wohnraum für Künstler aus dem Stadtteil schaffen", sagt er. Teurere Wohnungen müsse es in dem Gebäude auch geben, um das gesamte Projekt überhaupt finanzieren zu können.

Seinen Antrag auf Baugenehmigung hat der Anwalt jetzt zurückgezogen. Er fühlt sich laut Brief an Senatorin Kisseler "durch die SPD Hamburg und auch durch die Kulturbehörde gegängelt". Die SPD favorisiere das Projekt eines Biomasse-Kraftwerks von Kebap e.V. Für den Investor ein Vorhaben, gegen das er als unmittelbarer Nachbar vorgehen wolle. "Ich befürchte im Übrigen die Entstehung einer Situation, wie sie später als 'Rote Flora II' wohl treffend bezeichnet werden kann" schreibt er in seinem Brief an Barbara Kisseler. Die Pläne für ein solches Heizkraftwerk liegen noch bei den zuständigen Behörden. Eine Entscheidung könnte noch einige Zeit dauern, da neben einem meterhohen Schornstein, noch die Emissionswerte sowie An-und Abfahrstwege für LKW überprüft werden müssen.

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