Campusköpfe

Kind und Karriere sollen kein Widerspruch sein, findet der junge Vater

Foto: Birte Schmidt

Nur zu Hause sitzen und sich um den kleinen Johann kümmern - das hält der engagierte junge Vater in Elternzeit dann doch nicht aus.

Hamburg. "Die meisten Studenten interessieren sich nur dafür, wie sie Geld machen können, die wirkliche Lebensplanung steht bei vielen hintenan", dachte Andreas Swensson, 25, bis vor Kurzem. Dann organisierte der Student für Bau- und Umweltingenieurwesen an seiner Uni, der TU Harburg, eine Themenwoche. Ganz oben auf der Agenda: Wie plane ich mein Leben - beruflich und privat? "Die Veranstaltung wurde erstaunlich gut angenommen", sagt Andreas.

Seither lässt ihn das Thema nicht mehr los. Kein Wunder: Vor einem Dreivierteljahr kam Sohn Johann auf die Welt. "Ein echtes Wunschkind!" Sein Globetrotterleben opfert Andreas dafür gerne. "Vorher bin ich viel gereist, war unter anderem in Tansania und habe ein Praktikum in Äthiopien gemacht, um dort beim Bau einer Universität zu helfen."

Doch nur zu Hause sitzen und sich um den kleinen Johann kümmern - das hält der engagierte junge Vater in Elternzeit dann doch nicht aus. Stattdessen möchte er andere Studenten unterstützen - ob in der Lebensplanung oder ganz praktisch bei der Kinderbetreuung. "Momentan baue ich an der TU eine Uni-Eltern-AG auf, die 'ParentING'."

Seine Zukunft hat Andreas - ganz lebensplanerisch - genau durchdacht: "Nach dem Studium möchte ich in den öffentlichen Dienst, dort sind sie besonders familienfreundlich." Und für den Bundestag will er eines Tages auch kandidieren. Aber erst, wenn Johann alt genug ist, um auch schon mal allein zu Hause zu bleiben.