Winterwetter

Kältehoch "Dieter" macht noch lange nicht schlapp

In den Nächten herrscht weiterhin strenger Frost mit zweistelligen Minuswerten, am kältesten wird es nachts an den Alpen mit minus 20 Grad.

Berlin/Sofia/Belgrad. Auch in der kommenden Woche bleibt es winterlich durch den andauernden Einfluss eines Hochs über Russland. Dazu schneit es dann auch im Flachland. Dennoch hält sich der Frost hartnäckig. Kältehoch "Dieter“ reicht mittlerweile von Nordrussland bis zu den Britischen Inseln im Westen. Deshalb werde sich an den Temperaturen in Deutschland vorerst nichts ändern, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Donnerstag. Tagsüber vielerorts leichter, nachts strenger Dauerfrost – höchstens im Nordwesten könnten die Temperaturen kurz die Null-Grenze nach oben überschreiten.

An der Großwetterlage ändert sich erstmal nichts: Russland-Kältehoch "Dieter“ macht noch lange nicht schlapp. Der knackige Frost bestimmt das Wetter am Freitag und am Wochenende. Es gibt viel Sonne, aber es schneit auch ein bisschen – am Freitag im Süden und in den östlichen Mittelgebirgen, am Sonnabend ist es weitgehend trocken, in der Nacht zum Sonntag schneit es im Nordwesten und am Sonntag im Norden.

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In den Nächten herrscht vielerorts strenger Frost mit zweistelligen Minuswerten, am kältesten wird es nachts an den Alpen mit minus 20 Grad und darunter. Tagsüber reicht die Spanne von null bis minus zehn Grad.

Deutschland genießt Winterfreuden

Während Osteuropa unter Extremfrost leidet, genießt Deutschland jedoch auch Winterfreuden wie Schlittschuhlaufen auf zugefrorenen Seen. In Hannover werden am Wochenende Zehntausende zum Schlittschuhlaufen auf dem Maschsee erwartet. In Hamburg wagten sich bereits Hunderte auf eigenes Risiko auf die Alster. Am Wochenende gibt es dort das Alstervergnügen .

Mindestens vier osteuropäische Länder haben wegen des strengen Frosts und großer Eismengen die Schifffahrt auf der Donau eingestellt. Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Serbien hätten die Entscheidung getroffen, weil bis zu 90 Prozent der Wasseroberfläche von Eis bedeckt seien, teilten die jeweiligen Behörden am Mittwoch mit. Das serbische Militär will das Eis auf der Donau und dem Ibar aufsprengen, um Überschwemmungen zu verhindern. An manchen Stellen der Donau ist das Eis bis zu 15 Zentimeter dick. Auch auf deutschen Flüssen und Kanälen machen Eisschollen der Schifffahrt zu schaffen, mehrere Kanäle wurden gesperrt.

Februartage kälter als gewöhnlich

Die ersten sieben Februartage waren in Deutschland viel kälter als sonst. Um 11,5 Grad weiche der Durchschnittswert vom langjährigen Mittel nach unten ab, sagte Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), am Mittwoch. Es hänge nun vom Rest des Monats ab, ob auch der ganze Winter unter dem Strich etwas zu kalt ausfällt.

Nach den zu warmen Monaten Dezember und Januar liege der Durchschnittswert inklusive des frostigen Februar-Beginns immer noch ein knappes Grad im Plus. "Und die kältesten Tage sind wohl jetzt vorbei“, sagte Kirsche. Die große Kälte spreche nicht gegen den Klimawandel. Ein deutlich zu kalter Winter – für die Meteorologen umfasst der Winter die Monate Dezember bis Februar – sei jedenfalls ausgeschlossen.

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Gasengpässe im Land zeigen derweil erste Auswirkungen: In Karlsruhe ist wegen des Engpasses Block vier des Kraftwerks RDK vom Netz. Marc Pudlatz von der GVS erklärte, dass die Nachfrage angesichts anhaltender Minusgrade drastisch gestiegen sei. Gleichzeitig komme weniger Gas aus Russland an – "ein regionales Problem, speziell im Südwesten“.

In Mannheim ging zum ersten Mal das Steinkohle-Reservekraftwerk GKM 3 ans Netz. Damit bleibe sichergestellt, dass "selbst beim unerwarteten Ausfall eines Kraftwerks kein Engpass entsteht“, versicherte Energieminister Franz Untersteller (Grüne). Deutschland importiert rund zwei Fünftel seines Gasbedarfs aus Russland; der Rest kommt aus Norwegen, Holland und eigenen Vorräten. Etwa 40 Prozent der baden-württembergischen Haushalte werden laut Statistischem Landesamt überwiegend mit Gas beheizt.

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Stromsperren für Firmen in Serbien

Wegen der extremen Winterkälte hat Serbien Stromsperren für große Unternehmen eingeführt. Firmen, die viel Strom verbrauchten und keine strategische Bedeutung hätten, müssten mit weniger Elektrizität auskommen, berichteten Medien am Donnerstag unter Berufung auf einen Regierungsbeschluss. Damit solle verhindert werden, dass die Stromversorgung des Landes zusammenbreche. Zudem hatte Staatspräsident Boris Tadic am Vortag vorgeschlagen, Bedürftigen die Stromrechnung für den Monat Februar zu erlassen. Auch die Gasvorräte des Landes gehen zu Neige. Es seien noch Vorräte für 20 Tage vorhanden, sagte der Direktor der staatlichen Gasfirma, Dusan Bajatovic, den Berichten zufolge. (dpa/dapd)