Ölpest im Golf von Mexiko

Energiekonzern BP übernimmt alle Reinigunskosten

Foto: AP

BP werde alle nötigen Kosten für die Reinigung übernehmen, heißt es in einer Mitteilung auf einer eigens eingerichteten Internetseite.

Venice. Angesichts der Ölpest im Golf von Mexiko hat der Energiekonzern BP die Übernahme der Kosten in Verbindung mit dem Unfall angekündigt. BP werde alle nötigen und angemessenen Kosten für die Reinigung übernehmen, hieß es am Montag in einer Mitteilung auf einer eigens eingerichteten Internetseite. "BP übernimmt die Verantwortung für die Reaktion auf die Ölpest. ... Wir werden sie beseitigen", erklärte der Konzern. BP werde alle legitimen Forderungen wegen Schäden und Verlusten bezahlen, die objektiv überprüft werden können und mit der Ölpest zusammenhängen.

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama den britischen Konzern BP in die Pflicht genommen, für die Schäden vollständig aufzukommen. "BP ist für dieses Leck verantwortlich. BP wird die Rechnung begleichen", sagte Obama am Sonntag bei einem Besuch in der von der Ölpest betroffenen Küstenregion von Louisiana. Als Präsident der Vereinigten Staaten werde er alles in seiner Macht Stehende veranlassen, damit diese Krise bewältigt werde.

Obama befürchtet angesichts der Ölpest im Golf von Mexiko die schwerste Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes. „Wir haben es hier mit einer gewaltigen und möglicherweise beispiellosen Umweltkatastrophe zu tun“, sagte er. Den Bewohnern sicherte er umfassende Hilfe zu: „Ihre Regierung wird tun, was immer nötig ist und solange es nötig ist, um diese Krise zu beenden.“ Die US-Meeresschutzbehörde NOAA erließ ein weitreichendes Fischfangverbot für die Region.

Vom Mississippi-Delta bei New Orleans bis zur Pensacola-Bucht in Florida darf ab sofort kein Fisch mehr gefangen werden, das 17.500 Quadratkilometer Seegebiet wurde für mindestens zehn Tage für die Fischerei gesperrt. Die Fischer im Golf von Mexiko haben dennoch alle Hände voll zu tun: Sie bemühen sich, die wichtigsten Fischgründe mit aufblasbaren Barrieren vor dem Öl zu schützen, das seit eineinhalb Wochen aus einem Bohrloch auf dem Meeresboden hervorsprudelt. Das Leck war nach der Explosion auf einer Bohrplattform des BP-Konzerns entstanden, die am 22. April sank.

Aus der Quelle schießen jeden Tag noch etwa 800.000 Liter Öl. Sollte das Leck nicht gestopft werden, würde die Verschmutzung in einigen Wochen das Ausmaß der bislang schwersten Ölkatastrophe in den USA übertreffen, die Havarie der „Exxon Valdez“ 1989. Bei diesem Unglück vor Alaska traten etwa 41 Millionen Liter Öl aus und verschmutzten die Küste auf einer Länge von mehr als 2.000 Kilometern.

Der Ölkonzern BP will das Bohrloch mit einer riesigen Absaugglocke abdecken und damit das Öl nach oben pumpen. Dies könnte in sechs bis acht Tagen geschehen, erklärte der BP-Vorstandsvorsitzende Lamar McKay am Sonntag. Zudem sollen riesige Betoncontainer eingesetzt werden, um das Öl an der Quelle aufzufangen und abzuschöpfen. Beide Methoden sind bislang aber nur in flacheren Gewässern erprobt worden.