Formel 1

Rosbergs Geheimnisse vor Teamkollege Schumacher

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Mercedes-Pilot Nico Rosberg will Michael Schumacher helfen, den letzten Rost loszuwerden. Ein paar Geheimnisse will er aber für sich behalten.

München/Hamburg. Nur noch eine Woche: Am kommenden Sonntag beginnt in Bahrain die neue Formel-1-Saison. Nicht nur Organisatoren und Fans erwarten die ersten Runden von Rückkehrer Michael Schumacher sehnsüchtig. Auch Formel-1-Pilot Nico Rosberg freut sich auf die Zusammenarbeit mit Rekordweltmeister Michael Schumacher im neuen Mercedes-Werksteam, ein paar kleine Geheimnisse würde er allerdings gerne für sich behalten. „Was wichtig ist fürs ganze Team, wird offengelegt. Das, was du für deine besonderen Bedürfnisse austüftelst, die vielen kleinen Details, die nur für dich passen, die kannst du dann auch schon mal für dich behalten“, sagte Rosberg dem Nachrichtenmagazin Focus.

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Schumacher fährt kommende Woche sein erstes Rennen nach 1239 Tagen Pause. Diese dreijährige Abstinenz des 41-Jährigen könnte nach Rosbergs Meinung unter anderem dafür sorgen, dass das Team auch auf seine Hinweise hören wird. „Bei allen Leistungen und allem Können Michaels: Er saß die letzten drei Jahre einfach nicht im Auto“, sagte Rosberg. Deshalb könnte es für den siebenmaligen Weltmeister schwierig sein, bestimmte Dinge zu beurteilen. „Was ist beispielsweise beim Set-up eine Katastrophe? Oder was ist einfach ein Ergebnis der aktuellen Reifen? Da ist dann meine Beurteilung hilfreich“, sagte Rosberg, der nach vier Jahren bei Williams zu Mercedes gewechselt ist. Überrascht an Schumachers Comeback habe ihn „die Leidenschaft, seine Freude, immer noch in dieses Formel-1-Auto zu steigen und Spaß zu haben. Das ist schön zu sehen.“

Weltmeister Jenson Button sieht trotz aller Kampfansagen noch immer ehrfürchtig zur Rennsport-Legende aus Kerpen auf. „Michael ist so stark, wie er einmal war. Damit ist alles gesagt“, sagte der britische McLaren-Neuzugang eine Woche vor dem ersten WM-Lauf der neuen Saison in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. Er rechne „stark“ mit dem neuen Mercedes-Team, dem Nachfolger von BrawnGP, für das Button im vergangenen Jahr den WM-Titel eingefahren hatte. Button räumt den Silberpfeilen, für die neben dem 41 Jahren alten Rekordweltmeister Schumacher der 17 Jahre jüngere Nico Rosberg antreten wird, „auch WM-Chancen ein“.

„Allerdings ist der Saisonverlauf schwer vorherzusagen“, sagte Button. Der Engländer hatte sich in der vergangenen Meisterschaft neben seinem damaligen Teamkollegen Rubens Barrichello vor allem dem späteren Vizeweltmeister Sebastian Vettel aus Heppenheim und dessen Red-Bull-Rennstallrivalen Mark Webber erwehren müssen. Mit den neuen technischen Regeln – unter anderem ist das Nachtanken verboten – „hat diese Saison ein besonderes Überraschungsmoment“, meinte Button. Jedenfalls sei er selbst nun bei McLaren, in einem englischen Team an der Seite von Ex-Champion Lewis Hamilton, „motivierter als je zuvor“. Bei Mercedes, wo er durch seinen Weggang Schumacher erst die Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports ermöglichte, „hätte ich nötige Motivation nie mehr so gehabt“.