Ernährung

Mit der Jackfruit lassen sich Fleischesser täuschen

| Lesedauer: 4 Minuten
Friederike Deichsler
Appetitlich gelb: die Jackfruit und ihr Fruchtfleisch.

Appetitlich gelb: die Jackfruit und ihr Fruchtfleisch.

Foto: Getty Images

Im Vergleich zu Tofu oder Seitan ist die Jackfruit auch für Allergiker geeignet. Wie man sie zubereitet.

Hamburg. Es brutzelt in der Pfanne in würziger Marinade, auf dem Burger sieht es aus wie zartes Schweinefleisch. Doch mit Fleisch hat das, was da auf den Teller kommt, nichts zu tun. Es ist die Jackfruit, die gerade von deutschen Food-Experten entdeckt wird – und nicht nur von denen: Vegetarier und Veganer mögen die Frucht als Ersatz für Fleisch.

„Die Jackfruit oder Jakobsfrucht ist eine Dessertfrucht aus Sri Lanka und Indien“, erklärt John Gahlert, Geschäftsführer des Onlinehandels Tofukind. Das Früchtchen wächst direkt am Stamm der bis zu 20 Meter hohen Bäume und kann mit mehr als 25 Kilogramm ordentlich schwer werden. Reif schmeckt die Frucht süß, wie eine Mischung aus Banane und Ananas.

Alternativen zu Fleisch

„Aufgrund der Eigenschaften im unreifen Zustand wurde sie auch als Fleischersatz entdeckt“, sagt Gahlert. Dann nämlich hat die Jackfruit eine faserige Textur und behält diese auch beim Garen. Mit der Jackfruit lassen sich also Curry, Gulasch, aber auch Frikadellen fleischlos zubereiten, ohne auf die bekannte Konsistenz verzichten zu müssen.

„Richtig gewürzt kann man damit selbst bekennende Fleischesser hinters Licht führen“, findet Food-Bloggerin Sabrina Sue Daniels, die der Jackfruit ein eigenes Kochbuch gewidmet hat. Das sei auch ein Grund, warum die Frucht neuerdings so beliebt sei. „Viele suchen nach Alternativen zu Fleisch, die trotzdem noch ähnlich schmecken. Die Jackfruit als natürliches Produkt vom Baum begeistert viele.“

Wie John Gahlert berichtet, kaufen die Jackfrucht gern Menschen, die nicht auf Fleisch verzichten, aber experimentierfreudig sind. Im Vergleich zu Tofu oder Seitan ist die Jackfruit auch für Allergiker geeignet, die Soja oder Gluten nicht vertragen. Die Nährwerte ähneln denen der Kartoffel. Pur hat die unreife Frucht, die es hier meist eingelegt zu kaufen gibt, kaum Geschmack. „Das macht sie zu einer Art Universalschlüssel in der Küche“, meint Gahlert. „Anders als bei Tofu zieht die Marinade bei der Jackfruit bis in den Kern ein. Das bietet geschmacklich viele Möglichkeiten.“

Tofu oder Lupinen als Fleischersatz

Sein Favorit ist Jackfruit mit Teriyaki-Marinade, die es so auch als Fertigprodukt zu kaufen gibt. Daniels rät beim Würzen zu Mut. „Die Jackfruit verträgt exotische Aromen wie Kurkuma, Curry, Paprika oder Kreuzkümmel.“ Für den Anfang sollte man ein bekanntes Rezept mit Jackfruit zubereiten. Sabrina Sue Daniels: „Ich verwende sie oft anstatt Hackfleisch zu Spaghetti.“

Wer weniger oder gar kein Fleisch essen möchte, kann auch andere Produkte ausprobieren – nicht nur Gemüse. Der Klassiker ist Tofu. Er besteht aus Sojabohnen und liefert viel Eiweiß. Die Herstellung verläuft ähnlich wie bei Käse –nur mit Sojamilch. Naturtofu hat kaum Eigengeschmack, eignet sich daher auch gut zum Marinieren. Weiter gibt es weichen Seiden- oder würzigen Räuchertofu.

Tempeh entsteht auch auf Basis von Sojabohnen, allerdings durch Zugabe von Edelschimmelpilzen. Dadurch erhält die Masse einen nussigen Eigengeschmack. Weil Tempeh nicht zerfällt, lassen sich damit Gulasch und Geschnetzeltes zubereiten. Seitan wird aus Gluten, also Weizeneiweiß, und Gewürzen zu einer bissfesten Masse gepresst.

Es enthält Eiweiß, kaum Kohlenhydrate und Fett. Lupinen sind heimische eiweiß- sowie ballaststoffreiche Hülsenfrüchte. Nur die Süßlupine ist essbar, aus ihren Samen werden unter anderem Würstchen oder Steaks hergestellt, die sich gut zum Braten eignen. Auch andere Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen eignen sich als Alternative zu Fleisch, da auch sie viel Eiweiß enthalten.