Bundeskanzlerin vor US-Kongress

Merkels Privileg schlägt sogar Adenauers Rede

Klimaschutz, Afghanistan, Dank für die deutsche Einheit: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein straffes Programm in Washington.

Washington/Hamburg. Gut 25 Minuten soll ihre Rede dauern. Und es ist ein unglaubliches Privileg, das die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in den USA genießt. Knapp eine Woche nach Beginn ihrer zweiten Amtszeit darf sie vor einer gemeinsamen Versammlung beider Kammern US-Kongresses reden. Ihre Rede soll um 16:30 (MEZ) beginnen. Die Details und die Reaktionen lesen Sie auf abendblatt.de. Konrad Adenauer durfte 1957 als bisher einziger Kanzler der Bundesrepublik in zwei Reden vor beiden Häusern reden.

Bei ihrem Besuch im Weißen Haus will Merkel mit US-Präsident Barack Obama über die anstehenden Feierlichkeiten zum 20-jährigen Mauerfall-Jubiläum reden, über den Klimaschutz, die Sicherheitspolitik sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise. Vor dem Kongress wird sich Merkel bei den USA für den Beitrag zur deutschen Einheit danken. Amnesty International forderte Merkel auf, sich in den USA für die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo stark zu machen.

Merkel müsse den USA ein konkretes Angebot Deutschlands zur Aufnahme von Häftlingen aus dem Lager vorlegen, erklärte die Generalsekretärin der Organisation, Monika Lüke. Das „Leid unschuldiger Opfer“ von Menschenrechts-Verletzungen dürfe nicht durch „politisches Tauziehen“ verlängert werden. Deutschland könne Menschen helfen, die wegen Angst vor Verfolgung nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. (HA)