Neonazi-Terroristen nahmen auch deutsche Politiker ins Visier

Berlin/München. Die Zwickauer Neonazi-Gruppe, die sich zu den Morden an neun Zuwanderern und einer Polizistin bekannt hat, plante möglicherweise auch Anschläge auf deutsche Politiker. Ermittler stellten eine Liste mit 88 potenziellen Zielen sicher. Darunter sind auch die Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Uhl (CSU) und Jerzy Montag; der Grünen-Politiker ist jüdischen Glaubens.

Der niedersächsische Verfassungsschutz räumte gestern Fehler bei der Fahndung nach den Rechtsextremisten ein. Noch vor Beginn der Mordserie gab es Erkenntnisse, dass der mutmaßliche Helfer Holger G. das Neonazi-Trio unterstützen sollte, sagte der Präsident des Geheimdienstes. Die Ermittlungen wurden jedoch nicht weiterverfolgt.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will künftig gefährliche Neonazis in einem Zentralregister erfassen. Bundespräsident Christian Wulff plant einen Empfang für die Angehörigen der Opfer.