Test von Langstreckenraketen

Iran führt Raketentests im Persischen Golf fort

Das staatliche Fernsehen zeigte am Montag den Start von zwei Raketen, die Ziele "in Hunderten Kilometern Entfernung" treffen könnten.

Teheran. Bei seinem Manöver in Nähe der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat der Iran am Montag seine Raketentests fortgesetzt. Während einer Militärübung wurde nach Angaben aus Teheran in internationalen Gewässern ein neuer Boden-Boden-Marschflugkörper abgefeuert. Marine-Befehlshaber Habibollah Sajjari sagte nach dem Test, die Straße von Hormus sei vollständig unter iranischer Kontrolle. «Wir erlauben keinem Feind, unsere Interessen zu gefährden», erklärte er.

Der Marschflugkörper namens «Ghader» sei eine Fortentwicklung einer früheren Version, meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA am Montag. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Eine frühere Version der «Ghader» verfügte über eine Reichweite von rund 200 Kilometern. Im Vergleich zu ihr sei die neue Rakete in Bezug auf ihr Radar, die Satellitenkommunikation, Präzision in der Zielzerstörung, Reichweite und dem Mechanismus zum Entgehen gegnerischen Radars verbessert worden, sagte Konteradmiral Mahmud Mossavi, ein Sprecher des Manövers.

Das staatliche Fernsehen zeigte am Montag den Start von zwei Raketen, die Ziele «in Hunderten Kilometern Entfernung» treffen könnten. Zwei weitere Raketen mit kürzerer Reichweite seien ebenfalls getestet worden.

Die jüngste Version des «Ghader»-Marschflugkörpers war im September an die Seestreitkräfte der Revolutionären Garden ausgeliefert worden. Damals behauptete Teheran, die Rakete sei in der Lage Kriegsschiffe zu versenken. Beobachter halten ihre Einführung für eine Maßnahme, um der Macht der US-Marine im Persischen Golf etwas entgegen zu setzen.

Bereits am Wochenende hatte die iranische Marine im Rahmen des Manövers den Test einer Boden-Luft-Rakete gemeldet. Sie soll eine mittlere Reichweite haben. Die zehntägige Militärübung des Irans endet am Dienstag.

Der Sprecher des französischen Außenministeriums, Bernard Valéro, sagte am Montag, Frankreich «bedauert das schlechte Signal, das die jüngsten vom Iran bekanntgegebenen Raketentests an die internationale Gemeinschaft senden».

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte am Montag, das iranische Manöver sei nur eine Demonstration der Stärke, die «die Welt von der Fortführung der Sanktionen abhalten soll». Auf einem Parteitreffen sagte Barak außerdem, er zweifle daran, dass der Iran den Eingang zum Persischen Golf wirklich abriegeln würde, weil das Land damit nur noch härtere internationale Sanktionen auf sich ziehen würde. (dapd)