Nahost-Konflikt

Schwere Wortgefechte zwischen Israel und Iran

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Vor der Uno-Vollversammlung spitzt sich die Auseinandersetzung um das Atomprogramm zu. Israel wehrt sich mit Rede-Boykott.

New York/Teheran/Jerusalem. Der Ton zwischen Israel und dem Iran wird immer kriegerischer. Vor allem der Iran und sein provokationsbeflissener Präsident Mahmud Ahmadinedschad üben sich in verbaler Aufrüstung. Vor dem Hintergrund einer neuen Holocaust-Leugnung und der permanenten Bedrohung durch das iranische Atomprogramm nannte Israels Staatspräsident Schimon Peres den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad „einen der bösartigsten und schlimmsten Menschen der Gegenwart“. Ahmadinedschad hatte zuvor gesagt, sein Land werde hart reagieren, sollte Israel die iranischen Atomanlagen angreifen.

Unmittelbar vor Beginn der Uno-Vollversammlung in New York sagte Ahmadinedschad, „Teufelsanbeter und Kriminelle“ hätten den Nahen Osten „verschmutzt“. Die politische und militärische Stärke des Iran erlaube es „diesen Elementen“ nicht einmal, an eine militärische Option zu denken. Ahmadinedschad reagierte auf eine Äußerung von Israels stellvertretenden Außenminister Danny Ajalon, der die seit Jahren übliche Floskel wiederholte, wonach im Hinblick auf das iranische Atomprogramm „alle Optionen auf dem Tisch liegen“. Diese diplomatische Formel bedeutet, dass ein Militärschlag seines Landes gegen die umstrittenen Atomanlagen des Erzfeindes nicht ausgeschlossen ist.

Auch der israelische Generalstabschef Gabi Aschkenasi sagte dem Armeesender: „Wir sind uns alle einig, dass der beste Weg internationale Sanktionen sind. Ich hoffe, der Iran wird dies verstehen. Ich denke, wenn nicht, hat Israel das Recht, sich zu verteidigen und alle Optionen offen sind.“

Zuvor hatte Russlands Präsident Dmitri Medwedew im US-Sender CNN erklärt, Peres habe ihm versichert, Israel habe keine Pläne für einen Angriff gegen den Iran. Der israelische Präsident habe ihm gesagt: „Israel plant keinerlei Angriffe auf den Iran. Wir sind ein friedfertiges Land und werden dies nicht tun.“ Laut Medwedew wäre eine militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und dem Iran „das Schlimmste, was man sich vorstellen kann.“ Russland will den Iran beim Bau von Atomanlagen unterstützen, sofern die Islamische Republik bereit ist, mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zusammenzuarbeiten.

Israel bemüht sich unterdessen, einen Boykott der Rede Ahmadinedschads vor der Uno-Generalversammlung zu organisieren. Israel habe sich in den vergangenen Tagen an die Außenministerien mehrerer Länder mit der Bitte gewandt, dass deren höchste Vertreter die Tagungshalle während der Rede Ahmadinedschads am Donnerstag in New York verlassen, sagte die israelische Uno-Botschafterin Gabriela Schalev dem israelischen Rundfunk. Danach werden Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Außenminister Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Ehud Barak auf alle Fälle den Raum verlassen.

Ahmadinedschad hatte mit seiner jüngsten Äußerung, der Holocaust sei „eine falsche Behauptung, ein Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit benutzt wird“, für große Empörung in Israel und weltweit gesorgt.

Israels Ministerpräsident Netanjahu will nach Angaben hochrangiger Mitarbeiter am Donnerstag „eine dramatische Rede“ halten und sich dabei auf den Iran konzentrieren. Netanjahu will seit Amtsantritt Ende März die Welt davon überzeugen, dass ein Stopp des iranischen Atomprogramms höhere Priorität habe als die Nahost- Friedensverhandlungen mit den Palästinensern.

( (HA/dpa) )

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