Atom-Ausstieg

Regierung will Förderung der erneuerbaren Energien umbauen

Es soll stärkere Anreize für Windenergie auf See und Geothermie geben. Das brächte umweltbewussten Hausbesitzern einen finanziellen Bonus.

Berlin. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will im Zuge der geplanten Energiewende die Förderung für erneuerbare Energien neu ordnen. Der Ausbau der Windenergie auf See und die Geothermie (Erdwärme) sollen durch weitere finanzielle Anreize forciert werden, heißt es in mehreren Berichten unter Berufung auf Eckpunkte des Umweltministeriums für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Bei Windanlagen an Land und der Stromerzeugung durch Biomasse seien hingegen Kürzungen der Förderung geplant. Die Bundesregierung wolle der Windenergie auf See „zum Durchbruch“ verhelfen, da sie langfristig neben der Winderzeugung an Land zur „wichtigsten Säule“ beim Ausbau der erneuerbaren Energien werden soll, zitierte die „Passauer Neue Presse“ aus dem Papier. Das „Handelsblatt“ berichtete unter Berufung auf die Eckpunkte, die Anfangsvergütung für neue Offshore-Windkraftanlagen solle von 13 auf 15 Cent je Kilowattstunde steigen. Konventionell erzeugter Strom ist an der Leipziger Strombörse EEX derzeit für etwa 6,5 Cent zu haben.

Bei der Geothermie sollen bisherige Boni in die Grundvergütung integriert werden und dieser Betrag noch einmal um zwei Cent pro Kilowattstunde aufgestockt werden. Das hieße auch für umweltbewusste Hausbesitzer mehr Geld im Portemonnaie. Bei der Stromerzeugung aus Biomasse solle indes das Vergütungsniveau „um zehn bis 15 Prozent“ abgesenkt werden, insbesondere bei Kleinanlagen. Auch für Strom aus Windparks an Land ist geplant, die Förderung durch erhöhte Vergütung schneller abzubauen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima einen schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie und einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien in Aussicht gestellt. Am Donnerstag beriet Merkel im Kanzleramt mit Vertretern der Kirchen, von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden über Wege ins sogenannte Zeitalter der erneuerbaren Energien. (AFP/abendblatt.de)