Anne-Sophie Mutter: In Hamburg spielt sie Brahms-Sonaten

Der Fixstern am Geigenhimmel

Unter den Ausnahmeerscheinungen ist sie noch einmal eine Sonder-Ausnahme: Keine andere Musikerin kann eine so steile und zugleich so konstante...

Unter den Ausnahmeerscheinungen ist sie noch einmal eine Sonder-Ausnahme: Keine andere Musikerin kann eine so steile und zugleich so konstante Karriere vorweisen wie Anne-Sophie Mutter. Seit sie 1977, mit 14 Jahren, bei den Luzerner Festwochen gefeiert wurde und nur ein Jahr später unter Herbert von Karajan in Salzburg debütierte, hat die deutsche Geigerin aus dem badischen Rheinfelden mit so ziemlich allen namhaften Orchestern und Dirigenten auf so ziemlich allen bedeutenden Konzertpodien der Welt musiziert. Dabei liegen ihr nicht nur die Fans, sondern auch viele namhafte Kritiker zu Füßen: Der große Joachim Kaiser etwa schwärmt von der "unvergleichlichen Reinheit" ihres Geigentons und bezeichnete sie einmal als "Geschenk an die Welt".

Das mit dem Geschenk gilt indes nicht allein musikalisch, sondern auch ganz real, in finanzieller Hinsicht. Seit vielen Jahren engagiert sich Anne-Sophie Mutter für humanitäre Projekte: Sie fördert eine Stiftung für Muskelkranke, unterstützt ein Waisenhaus im rumänischen Orlat und spielt regelmäßig Benefizkonzerte, etwa für "Artists against Aids" oder die SOS-Kinderdörfer. Neben ihrem sozialen Engagement liegt Mutter insbesondere die Nachwuchsförderung am Herzen: Mit einer eigenen Stiftung unterstützt sie hochtalentierte Musiker aus aller Welt, stellt ihnen Stipendien oder Instrumente zur Verfügung oder ermöglicht ihnen Unterricht bei bedeutenden Lehrern. Und neben alledem möchte Anne-Sophie Mutter auch noch möglichst viel Zeit mit ihren beiden Kindern verbringen.

Da verwundert es nicht, dass sie immer mal wieder über eine Einschränkung oder sogar das Ende ihrer Konzerttätigkeit nachgedacht hat. Für 2009 hat die Geigerin eine halbjährige Auszeit angekündigt. Vorher ist sie aber noch einmal in Hamburg zu erleben: Gemeinsam mit ihrem langjährigen Klavierpartner Lambert Orkis spielt Anne-Sophie Mutter die drei Violinsonaten von Johannes Brahms. Und wird die Hörer wieder mit der Reinheit ihres Tons umschmeicheln.


Internationale Solisten , 5.11., 19:30 Uhr, Laeiszhalle.